Deutsche Tageszeitung - Wadephul: Putin muss zu Verhandlungen über Waffenstillstand bereit sein

Wadephul: Putin muss zu Verhandlungen über Waffenstillstand bereit sein


Wadephul: Putin muss zu Verhandlungen über Waffenstillstand bereit sein
Wadephul: Putin muss zu Verhandlungen über Waffenstillstand bereit sein / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat Russlands Präsidenten Wladimir Putin aufgerufen, unverzüglich seine Bereitschaft zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erklären. "Wir erwarten jetzt, dass Putin an den Verhandlungstisch kommt", sagte Wadephul am Mittwoch im Bundestag. Die Ukraine habe ihre Verhandlungsbereitschaft deutlich gemacht, "der Ball liegt im Feld von Herrn Putin", stellte er klar.

Textgröße ändern:

Der russische Präsident hatte am Wochenende als Reaktion auf einen europäischen Vorstoß zu einer 30-tägigen Feuerpause in der Ukraine direkte Verhandlungen mit der ukrainischen Seite in Istanbul vorgeschlagen, der geforderten Waffenruhe aber zunächst nicht zugestimmt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte sich daraufhin bereit, zu Verhandlungen mit Putin nach Istanbul zu reisen. Ob das Treffen zustande kommt und auf welcher Ebene, war am Mittwoch aber weiterhin offen.

Wadephul bekräftigte zudem die "fundamentale Unterstützung" Deutschlands für die Ukraine. In seiner Rede verwies er auf die Vielzahl internationaler Krisen, die ihn seit seinem Amtsantritt vergangene Woche in Atem hielten. Konkret nannte er neben dem Krieg in der Ukraine auch die Kämpfe im Gaza-Streifen und die Verhandlungen mit Iran, um dessen atomare Bewaffnung zu verhindern. "Die internationale Lage ist brandgefährlich", warnte der Minister.

Mit Blick auf den Nahen Osten bekannte sich Wadephul klar "zur Sicherheit und zum Existenzrecht Israels" und zum Kampf gegen Antisemitismus überall in der Welt. Der Minister mahnte aber auch Israel, der Konflikt im Gaza-Streifen müsse "in Übereinstimmung mit den Prinzipien des humanitären Völkerrechts" gelöst werden. Vor allem bedürften "die Menschen in Gaza der sofortigen Hilfe". Dies müsse Deutschland trotz "oder vielleicht sogar wegen seiner besonderen Verantwortung für Israel deutlich machen".

Wadephul drang darauf, in der Bundesregierung eine "Außenpolitik aus einem Guss zu machen". Dies gelte für seine Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie mit Verteidigungsminister Boris Pistorius und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (beide SPD). Er sei optimistisch, dass dies auch klappen werde.

Ebenso wichtig sei ihm, "dass wir in den großen Linien der Außen- und Sicherheitspolitik einen Konsens der demokratischen Parteien haben". Darum wolle er sich bemühen. Wadephul bekannte sich auch zu einer engen Zusammenarbeit in der EU, besonders mit den Nachbarländern Frankreich und Polen, sowie zur transatlantischen Partnerschaft mit den USA und den weiteren Partnerschaften in der Nato.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Gespräche gescheitert: Pakistan ruft USA und Iran zu Einhaltung von Waffenruhe auf

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat der Vermittler Pakistan beide Länder aufgefordert, weiter die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Dies sei "zwingend erforderlich", sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Pakistan werde weiter als Vermittler dienen, um den "Dialog" zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch Australien forderte eine Fortsetzung der Feuerpause im Nahen Osten.

Bau von Trumps Ballsaal am Weißen Haus darf vorübergehend fortgesetzt werden

Der Bau des von US-Präsident Donald Trump gewollten Ballsaals am Weißen Haus darf vorübergehend fortgesetzt werden. Das US-Bundesberufungsgericht in der Hauptstadt Washington erlaubte am Samstag eine Fortsetzung der Arbeiten bis zum 17. April. Das soll der Trump-Regierung Zeit geben, den Obersten Gerichtshof anzurufen. Zugleich rief das Berufungsgericht die erste Instanz auf, offen gebliebene Sicherheitsfragen rund um das Bauprojekt zu klären.

Parlamentswahl in Ungarn begonnen - Niederlage Orbans möglich

In Ungarn hat die international mit großer Spannung verfolgte Parlamentswahl begonnen, bei der Ministerpräsident Viktor Orban nach 16 Jahren abgewählt werden könnte. Die Wahllokale in dem mitteleuropäischen Land öffneten am Sonntagmorgen. Sie sollen um 19.00 Uhr schließen, erste vorläufige Ergebnisse werden gegen 20.00 Uhr erwartet. In Umfragen liegt die Fidesz-Partei des Rechtsnationalisten Orban deutlich hinter der Partei Tisza des konservativen Oppositionspolitikers Peter Magyar.

Mehr als 500 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London

Bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in London sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Wegen der "Unterstützung einer verbotenen Organisation" seien am Samstag 523 Menschen im Alter zwischen 18 und 87 Jahren festgenommen worden, schrieb die Polizei der britischen Hauptstadt im Kurzbotschaftendienst X.

Textgröße ändern: