Deutsche Tageszeitung - Mehr als 500 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London

Mehr als 500 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London


Mehr als 500 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London
Mehr als 500 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London / Foto: © AFP

Bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in London sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Wegen der "Unterstützung einer verbotenen Organisation" seien am Samstag 523 Menschen im Alter zwischen 18 und 87 Jahren festgenommen worden, schrieb die Polizei der britischen Hauptstadt im Kurzbotschaftendienst X.

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Hunderte Menschen hatten sich zuvor auf dem Trafalgar Square im Zentrum Londons zu einem stillen Protest versammelt, um die Aufhebung des Verbots der Gruppe Palestine Action zu fordern. Viele der Teilnehmer hielten Plakate mit der Aufschrift: "Ich bin gegen Völkermord, ich unterstütze Palestine Action". Die Aktion war als Sitzstreik angekündigt. Die Polizei trug die Teilnehmer teilweise einzeln von der Straße.

"Es ist wirklich wichtig, weiterhin hierher zu kommen", sagte die 28-jährige Demonstrantin Freya. "Es ist wichtig, dass wir uns alle weiterhin dem Völkermord entgegenstellen."

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte die Festnahmen als "weiteren Schlag gegen die Bürgerrechte in diesem Land". Menschen würden festgenommen, weil sie "ein Stück Karton" in den Händen hielten.

Die Gruppe Palestine Action war im vergangenen Sommer von der britischen Regierung unter Premier Keir Starmer auf Grundlage eines Anti-Terror-Gesetzes als terroristische Vereinigung eingestuft und verboten worden. Im Februar entschied die britische Justiz, dass das Verbot "unverhältnismäßig" sei. Die Regierung legte jedoch Berufung ein, so dass das Verbot bis zur Prüfung der Berufung vorerst weiterhin in Kraft bleibt.

Die Gruppe verurteilt den Krieg im Gazastreifen, der durch den brutalen Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden war, und nimmt mit ihren Aktionen vor allem Rüstungsfabriken ins Visier. Seit dem Verbot von Palestine Action hat es bei Unterstützungskundgebungen fast 3000 Festnahmen gegeben.

(W.Budayev--DTZ)

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