Deutsche Tageszeitung - Vermeintlicher Skandal in Bremer Bamf: Frühere Leiterin scheitert vor Gericht

Vermeintlicher Skandal in Bremer Bamf: Frühere Leiterin scheitert vor Gericht


Vermeintlicher Skandal in Bremer Bamf: Frühere Leiterin scheitert vor Gericht
Vermeintlicher Skandal in Bremer Bamf: Frühere Leiterin scheitert vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Rund sieben Jahre nach dem Wirbel um einen angeblichen großangelegten Skandal in der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat das Verwaltungsgericht der Hansestadt die vorläufige Dienstenthebung der damals verantwortlichen Amtsleiterin bestätigt. Es wies nach eigenen Angaben vom Montag einen Antrag der Frau ab, mit dem diese die Aufhebung ihrer Dienstenthebung und der Kürzung ihrer Besoldung um die Hälfte anstrebte. (Az. 8 V 3130/24)

Textgröße ändern:

Nach Angaben des Bremer Verwaltungsgerichts reichte der Präsident des Bamf im August Disziplinarklage gegen die als Regierungsdirektorin tätige Frau ein. Diese zielt darauf ab, sie wegen Dienstrechtsverstößen aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen. Ergänzend ordnete er im November an, sie vorläufig des Diensts zu entheben und ihr 50 Prozent der Besoldung zu streichen. Dagegen wehrte sich die Beamtin vor dem Verwaltungsgericht.

Aus Sicht des Gerichts sind die vorläufigen Maßnahmen allerdings nicht zu beanstanden. Es sei "überwiegend wahrscheinlich", dass die Frau im parallel laufenden Hauptsacheverfahren letztlich aus dem Beamtenverhältnis entfernt werde, erklärte es zur Begründung. Es gebe hinreichende Anhaltspunkte, dass sie gegen das Verbot der Annahme von Belohnungen im Zusammenhang mit ihren Amt und die Verpflichtung zur vertrauenswürdigen Amtsführung verstoßen habe.

Das Bremer Verwaltungsgericht ist demnach auch für die Hauptentscheidung über den Beamtenstatus der Frau zuständig. Eine Entscheidung steht noch aus. Der am Montag bekanntgegebene Beschluss zu den vorläufigen Maßnahmen ist noch nicht rechtskräftig. Beschwerde ist noch möglich.

In dem angeblichen Skandal ging es um den Vorwurf, in der Bamf-Außenstelle in Bremen seien massenhaft falsche Asylentscheidungen getroffen worden. Der Fall schlug im Frühjahr 2018 hohe Welle, die Rede war von bis zu tausend Fällen. Es folgte eine großangelegte juristische und behördeninterne Aufarbeitung. Dabei fielen die Vorwürfe weitgehend in sich zusammen.

Am Ende musste sich die frühere Außenstellenleiterin wegen zwei Fällen von Vorteilsnahme sowie Datenfälschung und Verletzung von Dienstgeheimnissen vor Gericht verantworten. Laut Anklage sollte sie mit einem Rechtsanwalt kooperiert haben, der zwei Mandanten Vorteile in Asylverfahren verschaffen wollte. Im Gegenzug sollte er ihr zwei Hotelübernachtungen bezahlt haben.

Den Prozess gegen die frühere Außenstellenleiterin stellte das Landgericht in Bremen vor rund vier Jahren wegen Geringfügigkeit gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro ein. Der Anwalt wurde wenig später wegen Vorteilsgewährung in zwei Fällen zur Zahlung von 6000 Euro verurteilt.

Nach Feststellungen des Verwaltungsgerichts belegen die disziplinarischen Ermittlungen den "begründeten Verdacht", dass die Frau durch ihre damaligen Handlungen ein "schwerwiegendes Dienstvergehen" beging. Es sei daher "zu prognostizieren", dass sie am Ende aus dem Beamtenverhältnis entfernt werde.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Mehr als 200 Festnahmen bei pro-palästinensischer Demonstration in London

In London sind bei einer pro-palästinensischen Kundgebung mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Die Polizei gab am Samstagabend im Onlinedienst X die Festnahme von 212 Menschen bekannt - "im Alter von 27 bis 82 Jahren". Mehrere hundert Menschen hatten sich zuvor auf dem Trafalger Square im Zentrum der britischen Hauptstadt zu einem stillen Protest versammelt, um die Aufhebung des Verbots der Gruppe "Palestine Action" zu fordern.

Teheran dementiert Durchfahrt von US-Kriegsschiffen durch Straße von Hormus

Der Iran hat Angaben des US-Militärs dementiert, wonach am Samstag zwei US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus durchquerten. Die entsprechenden Angaben des für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom würden "scharf zurückgewiesen", erklärte der iranische Armeesprecher Ebrahim Zolfaghari am Samstagabend nach Angaben des Staatsfernsehens. "Die Entscheidung über die Durchfahrt von welchem Schiff auch immer liegt bei den Streitkräften der Islamischen Republik des Irans", betonte er.

Kiew meldet hunderte russische Verstöße gegen Oster-Feuerpause

Bereits wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Feuerpause zum orthodoxen Osterfest hat Russland nach ukrainischen Angaben hunderte Male dagegen verstoßen. "Seit 16.00 Uhr wurden 469 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert", erklärte am Samstagabend der Generalstab der ukrainischen Armee. Es habe unter anderem 22 direkte Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben. Zudem seien fast 300 Drohnenangriffe gezählt worden.

Netanjahu: Wir haben Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört

Israel hat nach Angaben von Regierungschef Benjamin Netanjahu bei seinen Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes zerstört. "Es ist uns gelungen, Irans Atomprogramm und sein Raketenprogramm zu zerschlagen", sagte Netanjahu am Samstagabend in einer Fernsehansprache. Die iranische Führung kämpfe "um ihr Überleben".

Textgröße ändern: