Deutsche Tageszeitung - Nach Aufhebung westlicher Sanktionen: Syrien verkündet Umbau seines Innenministeriums

Nach Aufhebung westlicher Sanktionen: Syrien verkündet Umbau seines Innenministeriums


Nach Aufhebung westlicher Sanktionen: Syrien verkündet Umbau seines Innenministeriums
Nach Aufhebung westlicher Sanktionen: Syrien verkündet Umbau seines Innenministeriums / Foto: © Saudi Royal Palace/AFP/Archiv

Syrien hat nach der Aufhebung westlicher Sanktionen gegen das Land angekündigt, sein Innenministerium umzustrukturieren und den Fokus unter anderem auf die Bekämpfung des Menschen- und Drogenhandels zu legen. Die Reform umfasse die Schaffung "einer modernen zivilen Sicherheitsinstitution, die sich zu Transparenz bekennt und internationale Menschenrechtsstandards achtet", sagte Ministeriumssprecher Nureddin al-Baba am Samstag vor Journalisten.

Textgröße ändern:

Geplant seien die Einrichtung einer Beschwerdestelle für Bürger und die Eingliederung der Polizei in ein Kommando für innere Sicherheit, erklärte a-Baba. Eine Grenzschutzbehörde soll demnach illegale Aktivitäten, insbesondere von Drogen- und Menschenschmuggelnetzen, an den See- und Landgrenzen Syriens bekämpfen.

Zudem solle die Rolle der Anti-Drogen-Behörde ausgebaut und ihre Bedeutung im In- und Ausland gestärkt werden. Syrien exportierte unter der Herrschaft des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad einen Großteil des weltweit als Droge konsumierten Aufputschmittels Captagon.

Zu den weiteren geplanten Neuerungen zählen dem Ministeriumssprecher zufolge eine Behörde für die Sicherheit staatlicher Einrichtungen und ausländischer Vertretungen sowie eine Tourismuspolizei.

Assad war Anfang Dezember von der islamistischen HTS-Miliz und mit ihr verbündeter Gruppen gestürzt worden. Die HTS ist ein früherer Zweig von Al-Kaida, hatte sich jedoch vor Jahren von dem Terrornetzwerk losgesagt. Der frühere Dschihadist und jetzige Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bemüht sich seit seinem Amtsantritt um ein moderateres Image.

Die USA hatten am Samstag umfassende Sanktionen gegen Syrien offiziell aufgehoben und verkündet, die US-Regierung wolle Investitionen in dem vom jahrelangen Bürgerkrieg verwüsteten Land fördern. Die Lockerung der Sanktionen gelte auch für die neue Regierung Syriens - unter der Bedingung, dass sie Terrororganisationen keinen Unterschlupf gewährt und die Rechte religiöser und ethnischer Minderheiten gewährleistet.

Die syrische Regierung begrüßte die Aufhebung der US-Sanktionen am Samstag als "positiven Schritt in die richtige Richtung".

Am Dienstag einigte sich auch die EU darauf, alle verbleibenden Wirtschaftssanktionen gegen Syrien aufzuheben. Ende Februar hatte die EU bereits teilweise ihre Strafmaßnahmen gegen das Land ausgesetzt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

USA und Iran beginnen in Pakistan Gespräche über Ende des Iran-Krieges

In einem Klima des gegenseitigen Misstrauens haben ranghohe Delegationen der USA und des Iran am Samstag in Pakistan Gespräche über eine Beendigung des Iran-Krieges begonnen. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif empfing beide Delegationen getrennt voneinander, bevor er die Verhandlungen für eröffnet erklärte. Nach fünf Wochen Krieg gilt derzeit eine zweiwöchige Waffenruhe. Die Positionen der Kriegsparteien liegen aber extrem weit auseinander.

Angriffe und Gefangenenaustausch vor Oster-Feuerpause zwischen Moskau und Kiew

Kurz vor einer geplanten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest hat Russland die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen. Bei russischen Angriffen auf mehrere Regionen der Ukraine wurden ukrainischen Behördenangaben zufolge vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt. In der von Russland besetzten Region Donezk wurden laut russischen Angaben zwei Menschen durch eine ukrainische Drohne getötet. Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei.

Vor Wahlen: Hunderte protestieren in Magdeburg anlässlich des AfD-Landesparteitags

Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Vor dem Tagungsgebäude versammelten sich nach Beobachtungen eines AFP-Reporters etliche Menschen mit Regenbohnenfahnen und Transparenten, auf denen etwa "Nein zu Rassismus" und "Magdeburg für das AfD-Verbot" stand. Mit dabei waren etwa die Gruppe Omas gegen Rechts und Mitglieder anderer Parteien wie der Grünen.

Peru: Präsidentschaftskandidatin Fujimori verspricht harte Grenzpolitik und Annäherung an USA

Vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Peru am Sonntag hat die rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori eine rigide Einwanderungspolitik, eine Annäherung an die USA und einen weiteren Vormarsch konservativer Politik in Lateinamerika versprochen. Im Falle eines Wahlsieges wolle sie in den ersten hundert Tagen im Amt mit Hilfe des Militärs die "Ordnung wiederherstellen", sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern: