Deutsche Tageszeitung - Israel: Mützenich fordert von Bundesregierung gemeinsames Vorgehen mit der EU

Israel: Mützenich fordert von Bundesregierung gemeinsames Vorgehen mit der EU


Israel: Mützenich fordert von Bundesregierung gemeinsames Vorgehen mit der EU
Israel: Mützenich fordert von Bundesregierung gemeinsames Vorgehen mit der EU / Foto: © AFP

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Mützenich hat sich für eine stärkere Verurteilung des israelischen Vorgehens im Gazastreifen und im Westjordanland ausgesprochen. "Ich hätte es befürwortet, wenn die Bundesregierung sich hier dem Votum einer so großen Zahl von europäischen Regierungen angeschlossen hätte", sagte Mützenich am Sonntag dem Portal Table.Briefings zur Weigerung von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), einer Überprüfung des Assoziierungsabkommens mit Israel durch die EU-Kommission in Brüssel zuzustimmen.

Textgröße ändern:

17 Außenminister hatten einen solchen Schritt vergangene Woche in Brüssel befürwortet, unter anderem wegen Berichten von Menschenrechtsorganisationen und der UNO, dass die israelische Militäroffensive im Gazastreifen zur dauerhaften Umsiedlung hunderttausender Palästinenser führen könne. Darauf deuteten auch Äußerungen einzelner israelischer Politiker hin, "die glauben, dass sich die Sicherheit ihres Landes nur herstellen lässt, wenn man den größten Teil der palästinensischen Bevölkerungsgruppe aus dem Gazastreifen vertreibt", sagte Mützenich.

Auch die Reaktion der Bundesregierung auf den Beschuss einer Gruppe von EU-Diplomaten im Westjordanland vergangene Woche bezeichnete der frühere Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion als ungenügend. "Die Bundesregierung hätte den israelischen Botschafter einbestellen können. Das wäre bei diesem Vorfall mehr als angebracht gewesen, zumal es nicht das erste Mal war", kritisierte Mützenich. "Leider haben die Vertreter der Regierung, auch ihre Vorgänger, den Zeitpunkt bereits verpasst, um deutlicher zu machen, dass ein solches Vorgehen nicht akzeptiert werden kann", sagte der SPD-Politiker.

Angesichts der nur schleppend begonnenen Wiederaufnahme von Hilfslieferungen in den Gazastreifen verteidigte Mützenich ferner das UN-Palästinenserhilfswerk (UNRWA), das wegen Vorwürfen der Beschäftigung von Hamas-Mitgliedern in der Kritik steht. "Ohne UNRWA geht es nicht", sagte er mit Blick auf die katastrophale Versorgungslage im Gazastreifen.

Seit der Wiederaufnahme der Hilfslieferungen sei zu sehen, "dass es überhaupt nicht genügt, die Lastwagen nur in den Gazastreifen hineinzulassen." Entscheidend sei, "dass die transportierten Güter dann auch verteilt werden und die Organisation absolut unabhängig ist".

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Textgröße ändern: