Deutsche Tageszeitung - AOK: Große regionale Unterschiede bei Qualität von Pflege in Heimen

AOK: Große regionale Unterschiede bei Qualität von Pflege in Heimen


AOK: Große regionale Unterschiede bei Qualität von Pflege in Heimen
AOK: Große regionale Unterschiede bei Qualität von Pflege in Heimen / Foto: © AFP/Archiv

Bei der Qualität der Pflege in Heimen gibt es große regionale Unterschiede. Dabei geht es beispielsweise um die Dauermedikation mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie um augenärztliche Vorsorge bei Diabetes, wie aus einer am Montag in Berlin veröffentlichten Auswertung des wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK hervorgeht.

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Die Dauerverordnung von Beruhigungs- und Schlafmitteln für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen ist demnach ein "anhaltendes bundesweites Problem". Arzneimittel wie Benzodiazepine wirken schlaffördernd, beruhigend und angstlösend, aber nur kurzfristig, wie das Institut ausführte.

Würden sie langfristig gegeben, drohten Abhängigkeiten, eine erhöhte Sturzgefahr, Angst und Depressionen. In Deutschland hätten im Jahr 2023 insgesamt 7,14 Prozent der Menschen im Pflegeheim eine Dauerverordnung von Benzodiazepinen, Benzodiazepinderivaten und Z-Substanzen bekommen. Das war ein leichter Rückgang von 7,33 Prozent 2022.

Im Westen seien risikoreiche Dauerverordnungen deutlich häufiger als im Osten, hieß es. Besonders hoch war der Anteil 2023 im Saarland mit 15,88 Prozent. Den geringsten Wert von 2,9 Prozent hatte Sachsen-Anhalt.

Auch bei der Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Diabetes zeigte die Auswertung Defizite. So hätten mehr als 79 Prozent von ihnen im Jahr 2023 keine augenärztliche Vorsorge bekommen.

Hier gab es den Angaben zufolge ein leichtes Süd-Nord-Gefälle. Jeweils mehr als ein Drittel aller Kreise in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern zählte zum auffälligsten Viertel. Besser war die Lage in Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Das Institut untersuchte auch, wie oft Menschen wegen eines Sturzes ins Krankenhaus mussten, wenn sie bestimmte Medikamente einnahmen. Einige Wirkstoffe erhöhen das Sturzrisiko von älteren und kranken Menschen weiter, wie es in der Mitteilung hieß.

Jeder sechste Mensch, der im Pflegeheim solche Mittel bekam, habe wegen eines Sturzes im Krankenhaus versorgt werden müssen. In Mecklenburg-Vorpommern waren es demnach nur knapp 13 Prozent, in Rheinland-Pfalz dagegen 18,45 Prozent.

Die Analyse für den sogenannten Qualitätsatlas Pflege beruhen den Angaben zufolge auf den Abrechnungsdaten der elf AOK-Gliederungen, die rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland versicherten. Dabei seien Daten aus der Kranken- und aus der Pflegeversicherung einbezogen worden. Insgesamt seien Daten von rund 350.000 Pflegeheimbewohnenden ab 60 Jahren eingeflossen.

(L.Møller--DTZ)

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