Deutsche Tageszeitung - Gericht: Deutsche Welle muss früherem Programmdirektor weiter Ruhegeld zahlen

Gericht: Deutsche Welle muss früherem Programmdirektor weiter Ruhegeld zahlen


Gericht: Deutsche Welle muss früherem Programmdirektor weiter Ruhegeld zahlen
Gericht: Deutsche Welle muss früherem Programmdirektor weiter Ruhegeld zahlen / Foto: © AFP/Archiv

Die Deutsche Welle muss einem früheren Programmdirektor weiter Ruhegeld zahlen und hat keinen Anspruch darauf, dass bereits gezahltes Geld zurückgegeben werden muss. Die Regelung im Dienstvertrag sei nicht sittenwidrig, entschied das Berliner Arbeitsgericht am Montag. Der Mann war zu Mai 2014 aus betrieblichen Gründen gekündigt worden, als zwei Programmdirektionen zusammengelegt wurden.

Textgröße ändern:

Sein 2011 abgeschlossener, auf fünf Jahre befristeter letzter Dienstvertrag sah vor, dass er ein Ruhegeld bekommen sollte, wenn sein Vertrag nicht verlängert würde. Er sollte für drei Monate sein früheres Gehalt, dann für vier Jahre und neun Monate drei Viertel davon bekommen. Danach sollten Versorgungsleistungen nach dem entsprechenden Tarifvertrag der Deutschen Welle erfolgen.

Die Deutsche Welle zahlte das so vereinbarte Ruhegeld bis April 2019, ab Mai 2019 noch 60 Prozent. Ende 2024 klagte sie auf Rückzahlung der im Jahr 2021 gezahlten Ruhegelder von etwa 130.000 Euro. Aus dem Dienstvertrag ergebe sich kein Anspruch auf Zahlung von Ruhegeldern über fünf Jahren nach Vertragsende hinaus bis zum Beginn der Regelaltersrente, argumentierte sie - sonst sei der Vertrag sittenwidrig.

Das Arbeitsgericht sah das aber anders. Es wies die Klage ab und gab der Widerklage des früheren Programmdirektors statt, der die weitere Zahlung seit Januar 2025 forderte. Sein Anspruch auf Zahlung der Ruhegelder ergebe sich aus dem Dienstvertrag, erklärte das Gericht. Die Vereinbarung sei nicht sittenwidrig.

Ein möglicher Anspruch der Deutschen Welle auf Rückzahlung bereits gezahlter Ruhegelder sei verwirkt, weil sie über mehr als zehn Jahre Versorgungsleistungen erbracht und dem früheren Mitarbeiter im März 2019 die weitere Zahlung für den Zeitraum ab Mai 2019 zugesagt habe. Gegen die Entscheidung kann die Deutsche Welle Berufung zum Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Trump: Straße von Hormus wird "ziemlich bald" geöffnet

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben von einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus aus. "Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. "Ich denke, es wird ziemlich schnell passieren, und wenn nicht, werden wir es zu Ende bringen." Trump fügte hinzu: "Wir werden das ziemlich bald offen haben."

Ex-US-Vizepräsidentin Harris deutet erneute Präsidentschaftskandidatur an

Knapp anderthalb Jahre nach ihrer Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl hat die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris eine erneute Kandidatur angedeutet. Bei einer Veranstaltung einer Bürgerrechtsorganisation in New York sagte Harris am Freitag auf eine entsprechende Frage: "Ich könnte, ich könnte. Ich denke darüber nach!" Es war Harris' bisher stärkster Hinweis darauf, dass sie bei Wahl im Jahr 2028 erneut antreten könnte.

Behörden: 13 libanesische Sicherheitskräfte bei israelischem Angriff getötet

Bei israelischen Angriffen auf die Stadt Nabatijeh im Süden des Libanons sind nach offiziellen Angaben am Freitag 13 Mitglieder der libanesischen Sicherheitskräfte getötet worden. Der amtlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge flog die israelische Luftwaffe "eine Serie heftiger Luftangriffe" auf die Stadt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah starke Zerstörungen in Nabatijeh.

Trump warnt vor Scheitern der Iran-Gespräche und droht mit neuen Angriffen

Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zum Iran-Krieg in Pakistan hat US-Präsident Donald Trump vor einem Scheitern gewarnt und mit neuen Angriffen auf die Islamische Republik gedroht. "Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden – sogar besser als das, was wir zuvor eingesetzt haben", sagte Trump in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "New York Post".

Textgröße ändern: