Deutsche Tageszeitung - Südkorea: Neuer Präsident Lee zeigt sich offen für Annäherung an Nordkorea

Südkorea: Neuer Präsident Lee zeigt sich offen für Annäherung an Nordkorea


Südkorea: Neuer Präsident Lee zeigt sich offen für Annäherung an Nordkorea
Südkorea: Neuer Präsident Lee zeigt sich offen für Annäherung an Nordkorea / Foto: © POOL/AFP

Nach seinem Amtsantritt hat Südkoreas neuer Präsident Lee Jae Myung sich offen für eine Annäherung an Nordkorea gezeigt und vor "zunehmendem Protektionismus" gewarnt. "Wir werden die Wunden der Teilung und des Krieges heilen und eine Zukunft in Frieden und Wohlstand aufbauen", sagte er am Mittwoch in Seoul. Mit Blick auf die aggressive Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump warnte er zudem vor "zunehmendem Protektionismus" und der "Umstrukturierung der Lieferketten" als existenzieller Bedrohung für sein stark auf Exporte angewiesenes Land.

Textgröße ändern:

Lee gewann sechs Monate nach Beginn der schweren politischen Krise in Südkorea die dortige Präsidentschaftswahl. Unmittelbar nach der Bestätigung der Wahlergebnisse am frühen Mittwochmorgen trat er sein Amt an.

Bei der vorgezogenen Wahl erhielt der Mitte-Links-Politiker laut offiziellem Wahlergebnis 49,4 Prozent der Stimmen. Sein konservativer Rivale Kim Moon Soo landete bei 41,2 Prozent und räumte bereits nach Schließung der Wahllokale seine Niederlage ein. Die vorgezogene Wahl fand statt, nachdem der frühere konservative Staatschef Yoon Suk Yeol wegen seiner kurzzeitigen Ausrufung des Kriegsrechts im Dezember vom Parlament abgesetzt worden war.

Als eine seiner ersten Amtshandlungen ließ sich Lee am Mittwoch vom Generalstab unterrichten und übernahm offiziell die operative Kontrolle über die Streitkräfte des Landes. Er forderte die Armee auf, im Falle von Provokationen aus Pjöngjang in "Bereitschaft" zu bleiben, zeigte sich aber gegenüber Nordkorea auch gesprächsbereit.

Er sagte, das Land werde "nordkoreanische nukleare und militärische Provokationen abwehren und gleichzeitig Kommunikationskanäle öffnen und den Dialog und die Zusammenarbeit anstreben".

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea befinden sich derzeit auf einem Tiefpunkt. Beide Länder sind auch nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Die USA haben zehntausende Soldaten in Südkorea stationiert, unter anderem zum Schutz Südkoreas.

Lee trat sein Amt nur wenige Stunden vor der Verdopplung von US-Einfuhrzöllen auf 50 Prozent auf Südkoreas wichtige Stahl- und Aluminiumexporte an. Von den von Trump verhängten Zöllen wird Südkorea besonders hart getroffen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Ex-US-Vizepräsidentin Harris deutet erneute Präsidentschaftskandidatur an

Knapp anderthalb Jahre nach ihrer Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl hat die frühere US-Vizepräsidentin Kamala Harris eine erneute Kandidatur angedeutet. Bei einer Veranstaltung einer Bürgerrechtsorganisation in New York sagte Harris am Freitag auf eine entsprechende Frage: "Ich könnte, ich könnte. Ich denke darüber nach!" Es war Harris' bisher stärkster Hinweis darauf, dass sie bei Wahl im Jahr 2028 erneut antreten könnte.

Behörden: 13 libanesische Sicherheitskräfte bei israelischem Angriff getötet

Bei israelischen Angriffen auf die Stadt Nabatijeh im Süden des Libanons sind nach offiziellen Angaben am Freitag 13 Mitglieder der libanesischen Sicherheitskräfte getötet worden. Der amtlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge flog die israelische Luftwaffe "eine Serie heftiger Luftangriffe" auf die Stadt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah starke Zerstörungen in Nabatijeh.

Trump warnt vor Scheitern der Iran-Gespräche und droht mit neuen Angriffen

Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zum Iran-Krieg in Pakistan hat US-Präsident Donald Trump vor einem Scheitern gewarnt und mit neuen Angriffen auf die Islamische Republik gedroht. "Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden – sogar besser als das, was wir zuvor eingesetzt haben", sagte Trump in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "New York Post".

Vor erwarteten Friedensverhandlungen in Pakistan: USA und Iran erhöhen den Druck

Vor dem erwarteten Beginn der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan haben beide Seiten den Druck erhöht. Der US-Vizepräsident und designierte Verhandlungsführer JD Vance warnte Teheran am Freitag vor seiner Abreise davor, "Spielchen zu spielen". Auf iranischer Seite bestand Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf darauf, dass noch vor Beginn der Gespräche ein Waffenstillstand im Libanon in Kraft treten und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden müssten.

Textgröße ändern: