Deutsche Tageszeitung - Schwarz-Rot hat im "Politbarometer" weiterhin keine Mehrheit

Schwarz-Rot hat im "Politbarometer" weiterhin keine Mehrheit


Schwarz-Rot hat im "Politbarometer" weiterhin keine Mehrheit
Schwarz-Rot hat im "Politbarometer" weiterhin keine Mehrheit / Foto: © AFP

Die aktuelle Regierungskoalition aus Union und SPD kommt auch im neuen "Politbarometer" nicht auf eine Mehrheit. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde sich die CDU/CSU laut der am Freitag veröffentlichten ZDF-Umfrage leicht auf 27 Prozent verbessern - das ist ein Punkt mehr als in der vorangegangenen Umfrage. Der Koalitionspartner SPD verschlechtert sich um einen Punkt und kommt auf 15 Prozent.

Textgröße ändern:

Die AfD bliebe mit unverändert 23 Prozent zweitstärkste Kraft. Die Grünen kämen erneut auf zwölf Prozent. Die Linke würde um einen Punkt auf elf Prozent zulegen. Das BSW und die FDP blieben mit jeweils drei Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Bei der Beurteilung von Politikerinnen und Politikern nach Sympathie und Leistung steht Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach wie vor mit Abstand auf dem ersten Rang. Er wird auf der Skala von plus fünf bis minus fünf mit einem Durchschnittswert von 2,3 eingestuft. Auf Platz zwei findet sich Finanzminister Lars Klingbeil mit 0,8, gefolgt von zwei Neueinsteigern: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit 0,7 und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit 0,0.

Danach kommen Kanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder mit jeweils 0,0. Schlusslicht bleibt AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,5.

Skeptisch bewerten die Befragten die Pläne der Bundesregierung, deutliche Steuererleichterungen für Unternehmen durchzusetzen. Dass dies zur Ankurbelung der Wirtschaft sehr viel oder viel beiträgt, glaubten 35 Prozent der Befragten.

51 Prozent erwarten davon geringe und neun Prozent gar keine positiven Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. In den Parteianhängergruppen sind es ausschließlich die Anhänger von CDU/CSU und FDP, die sich mehrheitlich optimistisch äußern, die SPD-Anhängerschaft ist hier gespalten.

Für eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine durch die europäischen Staaten sprachen sich 40 Prozent der Befragten aus, für 30 Prozent soll es so bleiben wie bisher und 26 Prozent wollen, dass die Ukraine weniger Militärhilfe erhält.

Eine Mehrheit der Befragten sprach sich für eine vorläufige Aussetzung von Waffenlieferungen an Israel aus. Aufgrund des Vorgehens der israelischen Armee und der vielen zivilen Opfer im Gazastreifen waren mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten dieser Meinung. Nur 15 Prozent waren dafür, weitere Waffen zu liefern. Zudem forderten 63 Prozent, dass Deutschland mehr politischen Druck auf Israel ausüben soll, um den Krieg in Gaza zu beenden.

Für das "Politbarometer" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 3. bis 5. Juni 1247 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent plus/minus drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent plus/minus zwei Prozentpunkte.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Behörden: 13 libanesische Sicherheitskräfte bei israelischem Angriff getötet

Bei israelischen Angriffen auf die Stadt Nabatijeh im Süden des Libanons sind nach offiziellen Angaben am Freitag 13 Mitglieder der libanesischen Sicherheitskräfte getötet worden. Der amtlichen Nachrichtenagentur NNA zufolge flog die israelische Luftwaffe "eine Serie heftiger Luftangriffe" auf die Stadt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah starke Zerstörungen in Nabatijeh.

Trump warnt vor Scheitern der Iran-Gespräche und droht mit neuen Angriffen

Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zum Iran-Krieg in Pakistan hat US-Präsident Donald Trump vor einem Scheitern gewarnt und mit neuen Angriffen auf die Islamische Republik gedroht. "Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition, den besten Waffen, die je hergestellt wurden – sogar besser als das, was wir zuvor eingesetzt haben", sagte Trump in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "New York Post".

Vor erwarteten Friedensverhandlungen in Pakistan: USA und Iran erhöhen den Druck

Vor dem erwarteten Beginn der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Pakistan haben beide Seiten den Druck erhöht. Der US-Vizepräsident und designierte Verhandlungsführer JD Vance warnte Teheran am Freitag vor seiner Abreise davor, "Spielchen zu spielen". Auf iranischer Seite bestand Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf darauf, dass noch vor Beginn der Gespräche ein Waffenstillstand im Libanon in Kraft treten und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden müssten.

Handfester Koalitionskrach um Entlastungen - Merz zählt Reiche an

Der Streit um Lösungen in der Energiepreiskrise hat sich zu einem handfesten Koalitionskrach ausgewachsen. Nachdem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offen auf Konfrontationskurs zu Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) gegangen war, wurde sie von Kanzler Friedrich Merz (CDU) angezählt. Merz sei "befremdet" über den Streit und mahne Reiche zur Zurückhaltung, wie aus seinem Umfeld verlautete. Die SPD warf Reiche koalitionsschädigendes Verhalten vor.

Textgröße ändern: