Deutsche Tageszeitung - Mordfall Caruana Galizia: Zwei Männer in Malta wegen Sprengstoff-Beschaffung verurteilt

Mordfall Caruana Galizia: Zwei Männer in Malta wegen Sprengstoff-Beschaffung verurteilt


Mordfall Caruana Galizia: Zwei Männer in Malta wegen Sprengstoff-Beschaffung verurteilt
Mordfall Caruana Galizia: Zwei Männer in Malta wegen Sprengstoff-Beschaffung verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

In Malta sind im Zusammenhang mit der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017 zwei weitere Männer schuldig gesprochen worden. Robert Agius und Jamie Vella wurden nach einer sechswöchigen Gerichtsverhandlung am Donnerstagabend wegen Beihilfe zum Mord für schuldig befunden. Ihnen wird zur Last gelegt, den Sprengstoff beschafft zu haben, mit dem Caruana Galizia bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden war.

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Die Verkündung des Strafmaßes wird Anfang nächster Woche erwartet. Die Staatsanwaltschaft des Inselstaates im Mittelmeer hat lebenslange Haftstrafen beantragt. Mit der Gerichtsentscheidung ist die Zahl der im Zusammenhang mit dem Anschlag verurteilten Menschen auf fünf gestiegen.

Die drei Auftragsmörder, die den Mord begangen haben – die Brüder George und Alfred Degiorgio sowie Vince Muscat – befinden sich bereits in Haft. Sie hatten sich in separaten Verfahren schuldig bekannt. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech, der beschuldigt wird, den Mord geplant zu haben, wartet noch auf seinen Prozess.

Die Enthüllungsjournalistin Caruana Galizia hatte regelmäßig über Korruption, Geldwäsche und andere Missstände in Malta berichtet und war mit mehreren Klagen konfrontiert gewesen. Die Ermordung der damals 53-Jährigen vor acht Jahren hatte international für Empörung gesorgt.

Nach dem Mord kam es in Malta zu massiven Protesten gegen den damaligen Regierungschef Joseph Muscat. Kritiker warfen ihm vor, bei den Ermittlungen zu dem Mordfall Freunde und Verbündete schützen zu wollen. Muscat trat im Januar 2020 zurück.

Eine 2021 veröffentlichte öffentliche Untersuchung fand keine Beweise für eine Beteiligung des Staates an dem Mord, stellte jedoch fest, dass die Regierung ein "Klima der Straflosigkeit" für diejenigen geschaffen habe, die Caruana Galizia zum Schweigen bringen wollten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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