Deutsche Tageszeitung - Polizeibeauftragter kritisiert Folgen verstärkter Grenzkontrollen für Bundespolizisten

Polizeibeauftragter kritisiert Folgen verstärkter Grenzkontrollen für Bundespolizisten


Polizeibeauftragter kritisiert Folgen verstärkter Grenzkontrollen für Bundespolizisten
Polizeibeauftragter kritisiert Folgen verstärkter Grenzkontrollen für Bundespolizisten / Foto: © AFP

Der Bundespolizeibeauftragte Uli Grötsch hat negative Folgen der von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erlassenen, verschärften Grenzkontrollen für die Polizeikräfte beklagt. In der "Rheinischen Post" wies Grötsch darauf hin, "dass wegen der Grenzkontrollen andere Dinge nicht mehr so gemacht werden können, wie es notwendig wäre". So fielen beispielsweise Übungen "einfach weg". "Das geht nicht", mahnte der Bundesbeauftragte.

Textgröße ändern:

Laut Grötsch bekommt die Bundespolizei die Grenzkontrollen hin, "weil sie bisher alles hingekriegt hat. Aber man muss schon die Frage stellen, zu welchem Preis." Die Belastungen, denen die Beamtinnen und Beamten ausgesetzt seien, seien "enorm hoch".

Für Grötsch ist es nach eigenen Angaben überdies eine zentrale Frage, "wie man die Grenzkontrollstellen so betreibt, dass die Kontrollen für die Bundespolizei womöglich noch über einen längeren Zeitraum leistbar bleiben". Wichtig sei dabei "eine vernünftige Infrastruktur".

"Wasser, Abwasser, Stromversorgung, Toiletten. Das muss sein", sagte der Polizeibeauftragte mit Blick auf die Beamten im Einsatz. Zwar gebe es Kontrollstellen, "die wirklich sehr gut ausgestattet sind, andere aber nicht". Das dürfe nicht sein.

Verschärfte Grenzkontrollen sind zentraler Bestandteil der Migrationspolitik der neuen Bundesregierung. Allerdings ist ihr Kurs umstritten.

So hatte das Berliner Verwaltungsgericht Anfang vergangener Woche drei Menschen aus Somalia Recht gegeben, die sich gegen ihre Zurückweisung ohne Asylverfahren wehrten. Es erklärte die Zurückweisungen für rechtswidrig. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Innenminister Dobrindt betonten allerdings, dass es sich bei dem Gerichtsurteil um Einzelfallentscheidungen handele. Sie wollen offenbar an ihrem Migrationskurs festhalten.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Textgröße ändern: