Deutsche Tageszeitung - Feuerpause im Ukraine-Krieg zum orthodoxen Osterfest geplant - neue russische Angriffe

Feuerpause im Ukraine-Krieg zum orthodoxen Osterfest geplant - neue russische Angriffe


Feuerpause im Ukraine-Krieg zum orthodoxen Osterfest geplant - neue russische Angriffe
Feuerpause im Ukraine-Krieg zum orthodoxen Osterfest geplant - neue russische Angriffe / Foto: © AFP/Archiv

Im Ukraine-Krieg sollen zum orthodoxen Osterfest am Wochenende für 32 Stunden die Waffen schweigen: Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zur Einhaltung einer vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angekündigten Feuerpause ab Samstagnachmittag erklärt. Zugleich forderte er die vollständige Rückkehr zu den von den USA teilweise gelockerten Ölsanktionen gegen Moskau. Bei neuen russischen Angriffen in der Ostukraine wurden nach Behördenangaben zwei Menschen getötet.

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Der Kreml erklärte, "auf Beschluss des Oberbefehlshabers" Putin werde "im Zusammenhang mit dem bevorstehenden orthodoxen Osterfest ein Waffenstillstand vom 11. April, 16.00 Uhr (15.00 Uhr MESZ), bis zum Ende des Tages am 12. April 2026 verkündet". Der Generalstab der russischen Armee sei angewiesen worden, "die Kampfhandlungen in allen Richtungen für diesen Zeitraum einzustellen", erklärte der Kreml weiter. Die Truppen seien zugleich bereit, "allen möglichen Provokationen des Feindes entgegenzuwirken".

Selenskyj erklärte seinerseits, dass Kiew bereits zuvor eine Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeschlagen habe und die Ukraine sich entsprechend verhalten werde. Im vergangenen Jahr hatte Russland ebenfalls eine Feuerpause über Ostern verkündet. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, diese nicht eingehalten zu haben - wie auch bei mehreren weiteren vereinbarten Feuerpausen.

Ostern wird in vielen orthodoxen Kirchen später gefeiert als in katholischen und protestantischen Kirchen, da orthodoxe Kirchen den Termin nach dem julianischen Kalender berechnen.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Gesprächsrunden zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA keine Fortschritte gebracht. Russland besteht bislang auf territorialen und politischen Zugeständnissen der Ukraine, die Kiew als Kapitulation sieht und ausgeschlossen hat.

Unterdessen wurden in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk zwei Menschen getötet, als die russische Armee drei Bezirke "fast 30 Mal mit Drohnen und Artillerie" angriff, wie die Militärverwaltung der Region am Freitag erklärte. Tags zuvor war bei einem Angriff in der südukrainischen Region Saporischschja mindestens ein Mensch getötet worden.

Selenskyj begründete seine Forderung nach einer Rückkehr zu den Ölsanktionen mit der zwischen den USA und dem Iran vereinbarten Waffenruhe. Die USA hatten die Ölsanktionen gegen Russland im März teilweise gelockert, um die durch den Iran-Krieg in die Höhe geschnellten Ölpreise zu dämpfen. Demnach durften Importländer vorübergehend russisches Öl kaufen, das sich bereits in Öltankern auf See befand.

Im Zuge der Waffenruhe-Vereinbarung hat der Iran zugesagt, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus wieder zu öffnen.

Der Anstieg der Ölpreise seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar hat dazu beigetragen, Russlands Kassen wieder aufzufüllen. Selenskyj erklärte, namentlich nicht von ihm genannte Verbündete hätten sein Land gebeten, angesichts der Preisanstiege Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur einzustellen. Die Ukraine und Russland nehmen im Ukraine-Krieg gegenseitig Energieanlagen ins Visier.

Der Kreml in Moskau gab derweil bekannt, dass der Unterhändler Krill Dmitriew zu Wirtschaftsgesprächen in in den USA sei. Er führe "keine Verhandlungen über eine Lösung der Ukraine-Frage", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Dmitriew ist einer der wichtigsten Vertreter Moskaus für Kontakte nach Washington. Seit Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump reiste er mehrfach in die Vereinigten Staaten, zuletzt im vergangenen Monat. Der Kreml-Berater drängt die USA, Sanktionen zu lockern und die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland auszubauen, bislang mit vergleichsweise geringem Erfolg.

(L.Svenson--DTZ)

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