Deutsche Tageszeitung - Moratorium für Wind und Solar: Frankreichs Regierung will an Erneuerbaren festhalten

Moratorium für Wind und Solar: Frankreichs Regierung will an Erneuerbaren festhalten


Moratorium für Wind und Solar: Frankreichs Regierung will an Erneuerbaren festhalten
Moratorium für Wind und Solar: Frankreichs Regierung will an Erneuerbaren festhalten / Foto: © AFP/Archiv

Nach der überraschenden Verabschiedung eines vorläufigen Stopps für neue Wind- und Solaranlagen mit den Stimmen der Rechtspopulisten in der vergangenen Woche hat Frankreichs Energieminister Marc Ferracci dem betroffenen Industriezweig die Unterstützung der Regierung zugesagt. "Dieses Moratorium könnte verheerende Auswirkungen haben für Tausende von Arbeitsplätzen in der Windkraft- und Solarbranche" sagte Ferracci beim Besuch des Offshore-Windparks Yeu-Noirmoutier am Montag.

Textgröße ändern:

"Wir sind hier, um unsere unerschütterliche Unterstützung für die Branche der erneuerbaren Energien und insbesondere für die Offshore-Windkraft zu bekräftigen", betonte er. Frankreich kämpfe weiter für den Aussteig aus importierten fossilen Brennstoffen. "Die Hand des Gesetzgebers sollte zittern, bevor er das Ende dieser Aktivitäten beschließt", sagte Ferracci mit Blick auf die am Dienstag anstehende Abstimmung über einen Gesetzentwurf zur Energieversorgung in der Nationalversammlung.

Dieser enthält in seiner jetzigen Form ein Moratorium für den Ausbau erneuerbarer Energien, "bis eine objektive und unabhängige Studie den besten Energiemix für Frankreich bestimmt hat". Der Antrag war von den konservativen Republikanern eingebracht und von den Rechtspopulisten des Rassemblement National (RN) unterstützt worden. Zum Zeitpunkt der Abstimmung waren nur wenige Abgeordnete des Regierungslagers und der linken Opposition anwesend.

Der RN, der sich insbesondere den Kampf gegen die Windräder auf die Fahnen geschrieben hat, hatte dies als einen Sieg betrachtet. Der geplante Stopp für den Ausbau erneuerbarer Energien hatte heftige Kritik des Regierungslagers und der linksgrünen Opposition ausgelöst. Der Verband der Erneuerbaren Energien warnte vor einem Verlust der rund 80.000 Arbeitsplätze in der Branche.

Der Gesetzentwurf enthält auch einen Passus, nach dem das seit 2020 abgeschaltete Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zu Deutschland wieder hochgefahren werden soll vor. Dies schätzt die Atomaufsicht jedoch als unrealistisch ein.

Sollte der Gesetzentwurf am Dienstag verabschiedet werden, geht er zurück an den Senate. Die französische Regierung will in diesem Sommer per Dekret ihre Energiepolitik für 2025 bis 2035 festschreiben. Das derzeit debattierte Gesetz sollte ursprünglich die Grundlage dafür sein, wird aber voraussichtlich erst später verabschiedet werden. Offiziell verfolgt Frankreich das Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa klare Siegerin bei Präsidentenwahl in Bulgarien

Richtungsentscheidung bei der Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl in dem EU- und Nato-Mitgliedsland am Sonntag klar für sich entschieden. Laut Prognosen setzte sich die Staatschefin mit deutlichem Vorsprung gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Dieser räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa zu ihrem Wahlsieg.

Textgröße ändern: