Deutsche Tageszeitung - Baerbock: UNO steht im 80. Gründungsjahr "wie kaum jemals zuvor" unter Druck

Baerbock: UNO steht im 80. Gründungsjahr "wie kaum jemals zuvor" unter Druck


Baerbock: UNO steht im 80. Gründungsjahr "wie kaum jemals zuvor" unter Druck
Baerbock: UNO steht im 80. Gründungsjahr "wie kaum jemals zuvor" unter Druck / Foto: © AFP/Archiv

Die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die Vereinten Nationen anlässlich des 80. Jahrestags ihrer Gründung als unverzichtbar bezeichnet und zugleich Reformen angemahnt. "Nichts ist besser ohne die UNO", sagte die künftige Präsidentin der UN-Vollversammlung am Donnerstag im rbb24 Inforadio. "Ihr Kerngedanke ist, dass es Regeln gibt, an die sich alle halten. Würde es diese Regeln nicht geben (...), dann hätten wir Anarchie, dann hätten wir Chaos auf der Welt."

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Das System der Vereinten Nationen stehe aber "unter einem Druck wie kaum jemals zuvor", betonte Baerbock. "Deshalb muss es jetzt geschützt werden." Dazu seien Reformen unerlässlich. "Das System spiegelt die Welt von vor 80 Jahren wider. Viele heutige Staaten waren 1945 noch gar nicht gegründet, auch Deutschland war nicht dabei", sagte die frühere Außenministerin. Die UNO müsse sich an die veränderte Weltlage anpassen und effizienter werden.

Die Vereinten Nationen halten am Donnerstag eine Sondersitzung ihrer Vollversammlung zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung der UN-Charta ab (ab 16.00 Uhr MESZ). Die Gründungsurkunde wurde am 26. Juni 1945 in San Francisco von 50 Ländern unterschrieben. Sie trat vier Monate später in Kraft. Heute gehören 193 Staaten der UNO an.

Angesichts zahlreicher Kriege und Krisen in der Welt sehen Experten die Organisation in einer Glaubwürdigkeitskrise. Weil die USA unter Präsident Donald Trump ihre Gelder gekürzt haben, haben die Vereinten Nationen zudem mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen.

Baerbock war Anfang Juni zur neuen Präsidentin der UN-Vollversammlung gewählt worden. Ihre Amtszeit beginnt im September und dauert ein Jahr. In Deutschland war teils Kritik an der Nominierung der Grünen-Politikerin laut geworden. Die Bundesregierung hatte ursprünglich die deutsche Spitzendiplomatin Helga Schmid für den Posten vorgesehen.

(V.Varonivska--DTZ)

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