Deutsche Tageszeitung - Bewaffnete stürmen Sitz von Menschenrechtskommission in Kenia

Bewaffnete stürmen Sitz von Menschenrechtskommission in Kenia


Bewaffnete stürmen Sitz von Menschenrechtskommission in Kenia
Bewaffnete stürmen Sitz von Menschenrechtskommission in Kenia / Foto: © AFP/Archiv

Bewaffnete Angreifer haben in Kenia den Sitz der Menschenrechtskommission des Landes gestürmt. Etwa zwanzig teilweise mit Stöcken bewaffnete Angreifer drangen am Sonntag gewaltsam in das Gebäude ein, in dem gerade eine Pressekonferenz zur anhaltenden Polizeigewalt in Kenia stattfinden sollte, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

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Die bewaffneten Eindringlinge bedrohten die Menschen in dem Gebäude und beschuldigten sie, Demonstrationen zu organisieren. Zudem stahlen sie Gegenstände wie Rechner und Lautsprecher und zogen dann ab.

Die kenianische Nichtregierungsorganisation Women's Collective bezeichnete die Angreifer nach dem Vorfall als "goons" (Schlägertypen) - eine in Kenia gebräuchliche Bezeichnung für bewaffnete Banden, die im Land Demonstranten angreifen. Oppositionelle werfen der Regierung vor, diese Gruppen zu finanzieren.

Im vergangenen Monat hatte es in Kenia mehrfach Angriffe auf Demonstrationen gegen Polizeigewalt gegeben. Mitte Juni hatten hunderte mit Knüppeln und Peitschen bewaffnete Männer auf Motorrädern friedliche Demonstranten angegriffen. Beobachtungen von AFP-Reportern zufolge handelten die Angreifer offensichtlich unter dem Schutz von Polizisten, mehrere Angreifer sagten offen, sie seien von Behördenvertretern bezahlt worden.

Ende Juni war eine Demonstration in Nairobi gewaltsam niedergeschlagen worden, 19 Menschen kamen ums Leben und hunderte weitere wurden verletzt. Die Regierung bezeichnete die Proteste als "versuchten Staatsstreich".

Im vergangenen Jahr waren in Kenia bei Demonstrationen gegen Korruption und ein umstrittenes Haushaltsgesetz mehr als 60 Menschen getötet und mehr als 80 weitere verschleppt worden, mehrere Menschen sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bis heute verschwunden.

Unter anderem die schlechte wirtschaftliche Situation des ostafrikanischen Landes und geplante Steuererhöhungen sorgen weiterhin für großen Unmut in Kenia. Der Ärger richtet sich gegen den seit 2022 amtierenden Präsidenten William Ruto, der schnellen wirtschaftlichen Fortschritt angekündigt hatte.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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