Deutsche Tageszeitung - Ko-Chefin: PKK will Teilhabe am politischen Leben in der Türkei

Ko-Chefin: PKK will Teilhabe am politischen Leben in der Türkei


Ko-Chefin: PKK will Teilhabe am politischen Leben in der Türkei
Ko-Chefin: PKK will Teilhabe am politischen Leben in der Türkei / Foto: © AFP

Die in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die am Freitag mit dem Niederlegen ihrer Waffen begonnen hat, beansprucht für die Zukunft eine Teilhabe am politischen Leben in der Türkei. Die Ko-Chefin der kurdischen Rebellenorganisation, Bese Hozat, forderte im Gespräch mit AFP, die Kommandeure der PKK benötigten Sicherheitsgarantien bei einer Rückkehr in die Türkei. Zugleich verlangte sie die Freilassung des seit Jahrzehnten inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan.

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"Der türkische Staat muss uns das Recht gewähren, in die demokratische Politik einzutreten", sagte Hozat. "Wir sind bereit und willens, in die Türkei zu gehen, um uns in der demokratischen Politik zu engagieren." Dies diene dem Ziel, "unseren Kampf für Freiheit und Demokratie fortzusetzen und den demokratischen Sozialismus in der Türkei zu fördern".

Wenn die Türkei konkrete Schritte unternehme, "Gesetze erlässt und radikale Rechtsreformen durchführt, werden wir in die Türkei reisen und uns politisch engagieren", sagte Hozat weiter. Wenn es hingegen keine in der Verfassung verankerten Regelungen gebe, "werden wir entweder im Gefängnis landen oder getötet werden".

Zugleich verlangte Hozat die Freilassung Öcalans und rechtliche Garantien für den PKK-Anführer. "Ohne diese Entwicklung ist es höchst unwahrscheinlich, dass der Prozess erfolgreich fortgesetzt werden kann", sagte sie.

Öcalan hatte die PKK-Kämpfer am 27. Februar zur Auflösung ihrer Organisation und zum Gewaltverzicht aufgerufen. Zuvor waren der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und sein rechtsnationalistischer Koalitionspartner MHP auf ihn zugegangen; für den Fall einer Auflösung der PKK war Öcalan ein Ende seiner lebenslangen Freiheitsstrafe in Aussicht gestellt worden, die er seit 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali verbüßt.

Am 12. Mai gab die PKK ihre Auflösung bekannt und erklärte ihren jahrzehntelangen Kampf für beendet. Am Freitag begann sie im Norden des Irak symbolisch mit dem Niederlegen ihrer Waffen; der gesamte Entwaffnungsprozess wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Die PKK hatte ab 1984 gegen den türkischen Staat und für die Rechte der kurdischen Bevölkerung gekämpft. Mehr als 40.000 Menschen wurden in dem Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Armee getötet.

(P.Hansen--DTZ)

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