Deutsche Tageszeitung - US-Palästinenser im Westjordanland totgeprügelt: Familie fordert Untersuchung der USA

US-Palästinenser im Westjordanland totgeprügelt: Familie fordert Untersuchung der USA


US-Palästinenser im Westjordanland totgeprügelt: Familie fordert Untersuchung der USA
US-Palästinenser im Westjordanland totgeprügelt: Familie fordert Untersuchung der USA / Foto: © AFP/Archiv

Nach der Tötung eines Palästinensers mit US-Staatsangehörigkeit durch israelische Siedler im Westjordanland hat dessen Familie Washington zu einer Untersuchung aufgefordert. Das US-Außenministerium müsse eine sofortige Untersuchung aufnehmen und die "israelischen Siedler zur Verantwortung ziehen", die Saif al-Din Kamil Abdul Karim Musalat getötet hätten, erklärten dessen Angehörige am Samstag.

Textgröße ändern:

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums war Musalat am Freitag im Dorf Sindschil nördlich von Ramallah von Siedlern erschlagen worden. Ein zweiter Palästinenser erlitt demnach eine Schussverletzung und verblutete.

Der in Florida geborene und lebende Musalat war nach Angaben seiner Familie im vergangenen Monat ins Westjordanland gereist, um Zeit mit seiner Verwandtschaft zu verbringen. Er habe ein Grundstück seiner Verwandten gegen israelische Siedler schützen wollen, "die versuchten es zu stehlen", hieß es in einer von einer Anwältin veröffentlichten Erklärung. Der Familie zufolge hinderten Siedler einen Krankenwagen daran, den verletzten Musalat zu erreichen. Er sei gestorben, noch ehe er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Sein Tod sei ein "unvorstellbarer Alptraum und eine Ungerechtigkeit, die keine Familie jemals erleben sollte".

Die israelische Armee erklärte, die Gewalt sei ausgebrochen, nachdem Palästinenser mit Steinen nach einer Gruppe von Israelis geworfen hätten und zwei Siedler leicht verletzt hätten.

Aus Sindschil hatten AFP-Journalisten in der vergangenen Woche von Kämpfen zwischen dutzenden Siedlern und Palästinensern berichtet. Israelische Behörden hatten kürzlich einen Zaun errichtet, durch den Teile von Sindschil von der zentralen Nord-Süd-Achse im Westjordanland abgeschnitten wurden.

Israel hält das Westjordanland seit dem Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 besetzt. In den vergangenen Jahren hat sich der Bau jüdischer Siedlungen dort beschleunigt. Menschenrechtsorganisationen beklagen eine Zunahme der Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 ist die Gewalt auch im Westjordanland eskaliert. Nach palästinensischen Angaben wurden seither mindestens 955 Palästinenser im Westjordanland getötet, darunter zahlreiche Kämpfer, aber auch Zivilisten. Bei Angriffen durch Palästinenser wurden nach israelischen Angaben mindestens 36 Menschen getötet, darunter Soldaten und Zivilisten.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Rubio: Im Irak verschleppte US-Journalistin ist wieder frei

Die im Irak verschleppte US-Journalistin Shelly Kittleson ist nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio wieder freigelassen worden. "Wir sind erleichtert, dass diese US‑Bürgerin jetzt frei ist, und arbeiten daran, ihre sichere Ausreise aus dem Irak zu unterstützen", erklärte Rubio am Dienstag (Ortszeit) mit Blick auf Kittleson. Zuvor hatten die mutmaßlichen Entführer der Journalistin, die einflussreiche paramilitärische Miliz Katajeb Hisbollah, ihre Freilassung angekündigt.

Zahl der von Armut bedrohten Mieter weiter angestiegen

Die Zahl der von Armut bedrohten Mieterinnen und Mieter ist weiter angestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das BSW erfragte und die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlagen. Demnach stieg die Armutsquote von Mieterinnen und Mietern von 22,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 23,6 Prozent im Jahr 2026 an. 2024 hatte sie noch bei 20,4 Prozent gelegen.

Trump: Einigung mit dem Iran ist "totaler und vollständiger Sieg" für die USA

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg ist nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ein "totaler und vollständiger Sieg" für Washington. "100 Prozent, daran besteht kein Zweifel" sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AFP. Teheran hatte sich im Gegenzug für die Feuerpause bereiterklärt, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen.

Israel: Feuerpause im Iran-Krieg gilt nicht für den Libanon

Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg gilt nach Angaben der israelischen Regierung nicht für den Libanon. Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch "nicht den Libanon", erklärte das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Zuvor hatte der Vermittler Pakistan erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanon.

Textgröße ändern: