Deutsche Tageszeitung - Zehntausende Israelis demonstrieren für Freilassung der Geiseln

Zehntausende Israelis demonstrieren für Freilassung der Geiseln


Zehntausende Israelis demonstrieren für Freilassung der Geiseln
Zehntausende Israelis demonstrieren für Freilassung der Geiseln / Foto: © AFP

In Israel haben erneut zehntausende Menschen für die Freilassung der in den Gazastreifen verschleppten Geiseln demonstriert. Wie das Forum der Geisel-Familien mitteilte, versammelte sich am Samstagabend fast 60.000 Menschen auf dem als "Platz der Geiseln" bekannten Platz in Tel Aviv. Viele von ihnen hatten Fotos der Verschleppten dabei, die noch immer im Gazastreifen festgehalten werden.

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Zuvor war der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Steve Witkoff, in Tel Aviv mit Angehörigen der Geiseln zusammengetroffen. Witkoff wurde unter Applaus und "Bringt sie jetzt nach Hause"-Rufen auf dem "Platz der Geiseln" von hunderten Menschen empfangen. Anschließend kam er in einem benachbarten Gebäude mit Angehörigen der Geiseln zusammen.

Das Forum der Geisel-Familien, die wichtigste Interessenvertretung der Angehörigen, erklärte nach dem Treffen, Witkoff habe "persönlich" zugesagt, sich zusammen mit US-Präsident Donald Trump für die Freilassung der verbleibenden Geiseln einzusetzen.

Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben 1219 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 49 Geiseln dort festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach Armeeangaben tot.

Yotam Cohen, der Bruder des von der Hamas verschleppten 21-jährigen Nimrod Cohen, sagte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP: "Der Krieg muss enden. Die israelische Regierung wird ihn nicht freiwillig beenden." Sie müsste daher "gestoppt werden", sagte er mit Blick auf wichtige Verbündete wie die USA. Witkoff war am Donnerstag in Jerusalem bereits mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammengetroffen.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die sich nicht unabhängig bestätigen lassen, bislang mehr als 60.300 Menschen getötet. Nach knapp 22 Monaten Krieg ist die humanitäre Lage im Gazastreifen verheerend. Mehr als hundert Hilfsorganisationen warnten kürzlich vor einem "massenhaften Verhungern" in dem Palästinensergebiet.

Die Hamas und eine mit ihr verbündete militante Palästinensergruppe hatten in den vergangenen Tagen Videos veröffentlicht, die ausgehungerte und geschwächte Geiseln im Gazastreifen zeigten. Für Entsetzen sorgte am Samstag ein Video des 24-jährigen Evyatar David: Die Aufnahmen des jungen Mannes, der abgemagert in einem Tunnel kauert, wurden mit Bildern abgemagerter Palästinenser im Gazastreifen zusammengeschnitten.

Davids Familie warf der Hamas vor, den jungen Mann zu Propagandazwecken absichtlich auszuhungern. "Die Hamas benutzt unseren Sohn als lebendes Versuchsobjekt in einer abscheulichen Hungerkampagne", erklärte seine Familie.

(L.Møller--DTZ)

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