Deutsche Tageszeitung - Tausende Bolsonaro-Anhänger demonstrieren in Brasilien und danken Trump

Tausende Bolsonaro-Anhänger demonstrieren in Brasilien und danken Trump


Tausende Bolsonaro-Anhänger demonstrieren in Brasilien und danken Trump
Tausende Bolsonaro-Anhänger demonstrieren in Brasilien und danken Trump / Foto: © AFP

Tausende Anhänger des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro haben am Sonntag in mehreren Städten des Landes gegen die juristische Verfolgung des Ex-Staatschefs demonstriert. Manche Demonstranten trugen US-Flaggen und dankten auf Schildern US-Präsident Donald Trump dafür, dass er wegen der Verfolgung Bolsonaros Strafzölle gegen Brasilien in Höhe von 50 Prozent angekündigt hat.

Textgröße ändern:

"Ich bin 100 Prozent einverstanden mit diesen Sanktionen", sagte die 62-jährige Maristela dos Santos, die an der Demonstration am berühmten Copacabana-Strand von Rio de Janeiro teilnahm. In der Hauptstadt Brasília sagte die Demonstrantin Valdeciria Galvão: "Ich bin hier, um unser Volk angesichts von Zensur und willkürlich agierenden Richtern zu verteidigen."

Der in Brasília wohnende Bolsonaro konnte selber nicht an der Demonstration teilnehmen. Der Richter Alexandre de Moraes vom Obersten Gericht hatte im Juli angeordnet, dass der 70-Jährige an den Wochenenden sowie nachts sein Haus nicht verlassen darf sowie eine elektronische Fußfessel tragen muss.

Der rechtsradikale Ex-Präsident ist wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, nach seiner Wahlniederlage im Jahr 2022 einen Staatsstreich gegen seinen linksgerichteten Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva betrieben zu haben.

Bolsonaro ist ein Verbündeter Trumps. Die US-Regierung hatte am Mittwoch Sanktionen gegen Richter Moraes sowie Zölle gegen Brasilien in Höhe von 50 Prozent verkündet. Sie begründet ihr Vorgehen mit dem Vorwurf einer "politisch motivierten Verfolgung" Bolsonaros, Trump selbst sprach von einer "Hexenjagd".

Am Freitag fanden in mehreren brasilianischen Städten Proteste gegen die US-Strafzölle statt. Teilnehmer verbrannten Trump-Puppen und setzten US-Flaggen und falsche Dollarscheine in Brand. Richter Moraes sagte unterdessen, er werde "die verhängten Sanktionen ignorieren und weiterarbeiten". Moraes wurde unter anderem mit einem Einreiseverbot in die USA belegt.

Bolsonaro drohen in dem Putsch-Verfahren bis zu 40 Jahre Haft. Wütende Bolsonaro-Anhänger hatten im Januar 2003 den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Präsidentenpalast in Brasília gestürmt und verwüstet. Dies erinnerte an den Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington im Januar 2021 nach der Niederlage des Rechtspopulisten bei der Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden im November davor.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Von der Leyen reist nach Grönland

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reist am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Grönland. Sie will dort eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit mit der EU unterzeichnen. Am Sonntag steht zunächst eine Bootstour auf dem Programm. Am Montag folgen Treffen mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und dem Premierminister der Farörerinseln, Beinir Johannesen.

Wählerinnen und Wähler stimmen in Sachsen-Anhalt über neuen Landtag ab

In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag (ab 08.00 Uhr) ein neuer Landtag gewählt. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. In den Umfragen lag die AfD mit großem Abstand vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD strebt eine Alleinregierung an und will erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Ob ihr dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien in den Landtag einziehen.

Weißes Haus: US-Gesandte und Putin erörterten "konkrete Pläne" zur Beendigung des Kriegs

Nach einem Treffen der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau haben sich beide Seiten positiv geäußert. Witkoff und Kushner hätten bei ihrem Gespräch mit Putin "konkrete Pläne" für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erörtert, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Özdemir fordert "Hochdruck" beim Schutz sicherheitsrelevanter Infrastruktur

Nach Angriffen auf Umspannwerke in mehreren Bundesländern und einem nur knapp gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) Tempo beim Schutz der sicherheitsrelevanten Infrastruktur sowie eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer gefordert. "Die Sicherheitserfordernisse haben sich dramatisch verändert", sagte Özdemir dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

Textgröße ändern: