Deutsche Tageszeitung - Klingbeil will bei Besuch in den USA Quotenregelung für Zölle auf Stahl ansprechen

Klingbeil will bei Besuch in den USA Quotenregelung für Zölle auf Stahl ansprechen


Klingbeil will bei Besuch in den USA Quotenregelung für Zölle auf Stahl ansprechen
Klingbeil will bei Besuch in den USA Quotenregelung für Zölle auf Stahl ansprechen / Foto: © AFP

Bei seinem Besuch in den USA will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) über eine mögliche Quotenregelung bei den Zöllen für Stahlexporte aus der EU sprechen. "Es steht ja im Raum, dass es Quotenregelungen beim Stahl gibt", sagte Klingbeil am Montagmorgen im Deutschlandfunk. "Und das werde ich hier natürlich austesten, welche Schritte die amerikanische Regierung bereit ist zu gehen, wie eine Lösung aussehen kann."

Textgröße ändern:

Klingbeil unterstrich allerdings, dass die Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und der US-Regierung stattfänden. "Ich werde das hier nicht verhandeln, aber ich bin hier schon auch mit deutschen Interessen", sagte der Finanzminister. Es gehe darum, was noch möglich sei, "um deutsche Arbeitsplätze und die eigene wirtschaftliche Kraft" gerade im Stahlbereich zu schützen. Der SPD-Politiker trifft am Montag bei seinem Antrittsbesuch in Washington seinen US-Kollegen Scott Bessent zum Gespräch.

Klingbeil forderte auch, Konsequenzen aus dem Zollstreit zu ziehen. Die EU müsse "alles dafür tun, dass wir im eigenen Kontinent stärker werden, dass wir den europäischen Binnenmarkt stärken" und auch mit anderen Partnern wie Kanada und Großbritannien enger zusammenarbeiten. "Und wir müssen stärker werden", fuhr er fort. "Das geht gar nicht gegen die USA. Aber ich finde, dass unsere Schwächen sich in diesem Streit mit den Amerikanern in der Zollfrage schon offenbart haben."

Die USA und die EU hatten vor rund einer Woche nach monatelangen harten Verhandlungen eine Einigung verkündet. Demnach gelten Zölle von 15 Prozent auf die meisten EU-Produkte inklusive Autos. Das ist weniger als die von US-Präsident Donald Trump angedrohten 30 Prozent, aber bedeutend mehr als vor seiner Zolloffensive. Ungeachtet der Einigung sollen zudem Sonderzölle auf Stahl- und Aluminium in Höhe von 50 Prozent bei EU-Lieferungen in die USA bestehen bleiben.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag bei seiner Bundesländerreise erklärt, es gebe jetzt Gespräche, "um bei Stahl und Aluminium noch entsprechende Quoten auszuverhandeln". Er hoffe sehr, "dass wir da zu vernünftigen Vereinbarungen kommen, die auch der europäischen, auch der deutschen Stahlindustrie, hinreichend genügende Exportmöglichkeiten eröffnen", sagte er in Saarbrücken.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Von der Leyen reist nach Grönland

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reist am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch nach Grönland. Sie will dort eine Vereinbarung über eine engere Zusammenarbeit mit der EU unterzeichnen. Am Sonntag steht zunächst eine Bootstour auf dem Programm. Am Montag folgen Treffen mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen, der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und dem Premierminister der Farörerinseln, Beinir Johannesen.

Wählerinnen und Wähler stimmen in Sachsen-Anhalt über neuen Landtag ab

In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag (ab 08.00 Uhr) ein neuer Landtag gewählt. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. In den Umfragen lag die AfD mit großem Abstand vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD strebt eine Alleinregierung an und will erstmals einen Ministerpräsidenten stellen. Ob ihr dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien in den Landtag einziehen.

Weißes Haus: US-Gesandte und Putin erörterten "konkrete Pläne" zur Beendigung des Kriegs

Nach einem Treffen der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau haben sich beide Seiten positiv geäußert. Witkoff und Kushner hätten bei ihrem Gespräch mit Putin "konkrete Pläne" für die nächsten Schritte zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erörtert, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Die Pläne sollten in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.

Özdemir fordert "Hochdruck" beim Schutz sicherheitsrelevanter Infrastruktur

Nach Angriffen auf Umspannwerke in mehreren Bundesländern und einem nur knapp gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) Tempo beim Schutz der sicherheitsrelevanten Infrastruktur sowie eine enge Zusammenarbeit der Bundesländer gefordert. "Die Sicherheitserfordernisse haben sich dramatisch verändert", sagte Özdemir dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

Textgröße ändern: