Deutsche Tageszeitung - Trump reicht Milliardenklage gegen Universität von Kalifornien in Los Angeles ein

Trump reicht Milliardenklage gegen Universität von Kalifornien in Los Angeles ein


Trump reicht Milliardenklage gegen Universität von Kalifornien in Los Angeles ein
Trump reicht Milliardenklage gegen Universität von Kalifornien in Los Angeles ein / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs gegen Hochschulen und geht mit einer Milliardenklage gegen die Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) wegen Antisemitismus-Vorwürfen vor. Der Präsident des Hochschulverbundes University of California, James Milliken, erklärte, die Klage in Höhe von einer Milliarde Dollar (860 Millionen Euro) sei am Freitag bei der Hochschulleitung eingegangen und werde von dieser geprüft. Er warnte, eine Zahlung in dieser Höhe würde den Hochschulverbund "komplett vernichten".

Textgröße ändern:

Medienberichten zufolge verlangt die US-Regierung von UCLA überdies die Zahlung von 172 Millionen Dollar an einen Entschädigungsfonds für jüdische Studierende und weitere angeblich von Diskriminierung Betroffene.

Die University of California ist ein öffentlicher Universitätsverbund mit Hochschulen an zehn Standorten im Westküstenstaat Kalifornien. Sie gehören zu den besten öffentlichen Universitäten der USA. Besonders berühmt sind die Universitäten im nahe San Francisco gelegenen Berkeley (UC Berkeley) und in Los Angeles (UCLA).

Milliken erklärte, eine Zahlung der von Trump geforderten Summe würde nicht nur den Studenten und allen Kaliforniern "großen Schaden" zufügen. US-Bürger im ganzen Land seien auf die "wichtige Arbeit von UCLA und dem UC-System" angewiesen. Als Beispiele nannte er "Technologien und medizinische Therapien, die Leben retten, die US-Wirtschaft wachsen lassen und unsere nationale Sicherheit schützen".

Trump wirft zahlreichen Universitäten im Land vor, während der landesweiten Proteste im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen nicht gegen Antisemitismus vorgegangen zu sein. Im vergangenen Jahr waren zahlreiche US-Universitäten, darunter auch die UCLA, Schauplatz teils gewalttätiger anti-israelischer Proteste gewesen.

Kritiker werfen Trump vor, dies nur als Vorwand für sein Vorgehen gegen die häufig als linksliberal wahrgenommenen Universitäten in den USA zu nutzen - und deren Unabhängigkeit anzugreifen. So geht die Regierung des rechtspopulistischen Republikaners massiv gegen Programme für mehr Diversität an Hochschulen vor. Als Druckmittel hat seine Regierung öffentliche Fördermittel in riesigem Umfang eingefroren.

Mit der Elite-Hochschule Havard, der vielleicht berühmtesten Universität der Welt, liegt die Trump-Regierung im Dauer-Clinch. Im Juli erklärte sich die Columbia University in New York im Streit mit der US-Regierung wegen ähnlicher Antisemitismusvorwürfe zur Zahlung von rund 220 Millionen Dollar bereit. Die jetzt in der Klage gegen die UCLA geforderte Summe übersteigt dies fast um ein Fünffaches.

Bereits jetzt haben die öffentlichen Universitäten im Bundesstaat Kalifornien mit massiven Einschnitten zu kämpfen. Zuletzt hatte die US-Regierung mehr als eine einer halbe Milliarde Dollar an medizinischen und wissenschaftlichen Fördermitteln allein für die UCLA eingefroren.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom, der auch im Vorstand der University of California sitzt, reagierte auf Trumps Milliardenklage während einer Pressekonferenz mit den Worten: "Wir werden klagen." Dem US-Präsidenten warf der Politiker der Demokratischen Partei vor, die akademische Freiheit unterdrücken zu wollen. "Wir sind nicht wie einige andere Einrichtungen, die einen anderen Weg eingeschlagen haben", sagte Newsom mit Blick auf die Zugeständnisse der Columbia University.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Trump nennt Waffenruhe-Vorschlag "wichtigen Schritt"

US-Präsident Donald hat den Vorschlag einer Waffenruhe im Iran-Krieg grundsätzlich begrüßt. "Das reicht zwar nicht aus, ist aber ein sehr wichtiger Schritt", sagte Trump am Montag am Rande einer Osterveranstaltung des Weißen Hauses. Er verwies auf laufende Verhandlungen. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete derweil, der Iran habe "eine Waffenruhe zurückgewiesen" und die Notwendigkeit eines dauerhaften Kriegsendes betont.

SPD-Parlamentsgeschäftsführer kritisiert "irrlichternden" US-Präsidenten

Angesichts der jüngsten Drohungen von Donald Trump gegen den Iran hat SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese dem US-Präsidenten "irrlichternde" Politik vorgeworfen. "Der irrlichternde US-Präsident hat weder Ziel noch Plan", sagte Wiese am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Die Äußerungen von ihm und seinem Kriegsminister sind zunehmend verstörend."

Iran-Krieg: EU und Rotes Kreuz verurteilen Angriffe auf zivile Ziele

EU-Ratspräsident António Costa hat angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg jegliche Angriffe auf zivile Ziele verurteilt. "Jeder Angriff auf zivile Infrastruktur, insbesondere auf Energieanlagen, ist illegal und inakzeptabel", erklärte Costa am Montag in Onlinediensten. "Das gilt für den Krieg Russlands in der Ukraine und das gilt überall." Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verurteilte ebenfalls "vorsätzliche Drohungen" gegen zivile Infrastruktureinrichtungen im Nahen Osten.

Weißes Haus prüft im Iran-Krieg 45-tägige Waffenruhe

Die USA prüfen nach eigenen Angaben einen Vorschlag für eine 45-tägige Waffenruhe mit dem Iran. "Das ist eine von vielen Ideen", sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses am Montag der Nachrichtenagentur AFP in Washington. Präsident Donald Trump habe den Vorstoß aber noch "nicht gebilligt". Das Weiße Haus verwies auf eine für 19.00 Uhr MESZ geplante Pressekonferenz von Trump.

Textgröße ändern: