Deutsche Tageszeitung - Keine Aussicht auf Einigung bei Verhandlungen zu UN-Plastikabkommen

Keine Aussicht auf Einigung bei Verhandlungen zu UN-Plastikabkommen


Keine Aussicht auf Einigung bei Verhandlungen zu UN-Plastikabkommen
Keine Aussicht auf Einigung bei Verhandlungen zu UN-Plastikabkommen / Foto: © AFP

Die zähen Verhandlungen zu einem UN-Plastikabkommen drohen zu scheitern. Am vorletzten Tag des Treffens zwischen Vertretern aus 184 Ländern standen sich die erdölproduzierenden Staaten und andere Nationen sowie Umweltorganisationen, die unter anderem Begrenzungen bei der Plastikproduktion fordern, am Mittwoch unversöhnlich gegenüber, wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmern in Genf erfuhr. "Die Verhandler stehen vor dem Abgrund", sagte die Ko-Chefin von Ipen, einem Netzwerk aus Umwelt- und Gesundheitsorganisationen, Pamela Miller.

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Die Verhandlungen sollen am Donnerstag mit der Verabschiedung eines Abkommens beendet werden. Am Mittwoch warteten die Delegierten auf eine überarbeitete Version des Vertragsentwurfs, anschließend sollte es eine weitere Vollversammlung geben. Er gehe davon aus, dass der Entwurf auf den "kleinsten gemeinsamen Nenner" abgeschwächt werde, der Text sei damit ungeeignet, die weltweite Plastikkrise zu lösen, sagte David Azoulay von der Schweizer Organisation für Umweltrecht Ciel.

Auch die Ankunft der Umweltminister in der Abschlussphase der seit neun Tagen andauernden Verhandlungen brachte bisher keinen Fortschritt. Der dänische Umweltminister Magnus Heunicke sprach am Dienstag von "sehr schwierigen Verhandlungen".

Frankreichs Umweltministerin Agnès Pannier-Runacher warf besonders den "Golfstaaten, Russland und den USA" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung "Les Echos" vor, die Verhandlungen zu behindern. Der Text, auf den sich die Staaten einigen wollten, habe vergangene Woche 300 Punkte enthalten. "Mittlerweile sind es 1400 Punkte", sagte die Umweltministerin.

Bei den Bemühungen um ein Abkommen bremsen vor allem erdölproduzierende Staaten, welche die Ausgangsstoffe für Plastik liefern. Sie stehen Nationen wie den EU-Staaten gegenüber, die auf eine verbindliche Einigung drängen.

Die Verhandlungen in Genf folgen auf die gescheiterten Gespräche im südkoreanische Busan vom vergangenen Dezember. Diese Gespräche hätten eigentlich bereits die letzte Verhandlungsrunde für ein Plastikabkommen sein sollen. An der nun stattfindenden Konferenz in Genf nehmen 184 Länder teil, auch Nichtregierungsorganisationen sind vertreten.

Plastikmüll sorgt weltweit für massive Umweltverschmutzungen. Mikropartikel des Kunststoffabfalls treten auch im menschlichen Köpfer auf. Derzeit werden jährlich mehr als 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, die Hälfte davon für Einwegprodukte. Weniger als zehn Prozent des Plastikmülls wird recycelt. Bis 2060 könnte sich die Plastikproduktion Schätzungen zufolge verdreifachen.

(W.Budayev--DTZ)

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