Deutsche Tageszeitung - Kein "Deal" für die Ukraine und viele offene Fragen nach Trump-Putin-Gipfel in Alaska

Kein "Deal" für die Ukraine und viele offene Fragen nach Trump-Putin-Gipfel in Alaska


Kein "Deal" für die Ukraine und viele offene Fragen nach Trump-Putin-Gipfel in Alaska
Kein "Deal" für die Ukraine und viele offene Fragen nach Trump-Putin-Gipfel in Alaska / Foto: © AFP

Kein "Deal" für die Ukraine und viele offene Fragen: Das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Trump wie auch Putin nannten das Treffen am Freitag (Ortszeit) zwar "produktiv", zu Details ihrer Absprachen äußerten sie sich jedoch nicht. "Es gibt keinen Deal, bevor es einen Deal gibt", sagte der US-Präsident. Später betonte er, eine Einigung hänge nun vom ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj ab.

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Putin nannte den ersten bilateralen Gipfel mit Trump seit sieben Jahren "konstruktiv" und bezeichnete die Gesprächsatmosphäre als "respektvoll". "Wir hoffen, dass die von uns erzielte Verständigung (...) den Weg für einen Frieden in der Ukraine ebnet", betonte er nach den dreistündigen Beratungen. Der Kremlchef rief zugleich die Ukraine und die Europäer auf, eine Friedenslösung nicht "durch Provokationen oder Intrigen hinter den Kulissen zu untergraben".

Trump sprach seinerseits von einem "extrem produktiven Treffen" mit Putin mit vielen Ergebnissen. Es seien nur noch "sehr wenige" Punkte offen, sagte Trump, ohne Details zu nennen. "Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir haben eine sehr gute Chance, es zu erreichen", betonte der US-Präsident. Er werde in Kürze die Nato-Verbündeten und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj informieren.

Putin bekräftigte, für eine Friedenslösung in der Ukraine müsse "ein gerechtes Gleichgewicht im Sicherheitsbereich in Europa und in der Welt insgesamt wiederhergestellt werden". Er habe "mehr als einmal gesagt, dass die Ereignisse in der Ukraine für Russland mit grundlegenden Bedrohungen unserer nationalen Sicherheit verbunden sind", betonte Putin.

Der russische Staatschef sprach Trump eine Gegeneinladung aus. "Das nächste Mal in Moskau", sagte Putin auf Englisch. "Oh, das ist interessant," antwortete Trump. "Ich werde dafür ein wenig Kritik bekommen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es möglicherweise passiert." Fragen von Journalisten nahmen die beiden Staatschefs nicht an.

Kurz nach dem Gipfel sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News mit Blick auf einen "Deal": "Jetzt hängt es wirklich von Präsident Selenskyj ab, ob dies gelingt. Ich würde auch sagen, dass die europäischen Nationen sich ein wenig engagieren müssen, aber es hängt von Präsident Selenskyj ab."

Ursprünglich wollten Trump und Putin in Alaska unter vier Augen beraten und nur Dolmetscher hinzuziehen. Dann aber wurde die Runde von US-Seite um Außenminister Außenminister Marco Rubio und Trumps Sondergesandten Steve Witkoff erweitert. Putin brachte Außenminister Sergej Lawrow und Kreml-Berater Juri Uschakow zu dem Gespräch dazu. Das Motto des hastig organisierten Gipfels lautete "Pursuing Peace" (etwa: am Frieden arbeiten).

So unklar die Ergebnisse des Gipfels, so pompös hatte Trump Putin in Anchorage im Nordwesten der USA empfangen. Er ließ auf dem Flugfeld des US-Militärstützpunkts Elmendorf-Richardson einen roten Teppich für den Kremlchef ausrollen. Trump applaudierte Putin, während der jahrelang vom Westen geächtete Kremlchef vom Flieger aus auf ihn zulief. Dann schüttelten sich die beiden Präsidenten lange die Hand, lachten und sprachen miteinander. Auf einem Podium mit der Aufschrift "Alaska 2025" gaben sich Trump und Putin erneut die Hand, bevor sie zusammen in Trumps gepanzerte Präsidentenlimousine stiegen.

Es war der erste bilaterale Gipfel zwischen Trump und Putin seit einem Treffen in der finnischen Hauptstadt Helsinki im Juli 2018. Für Putin war es zudem der erste Empfang durch einen US-Präsidenten, seit er den Befehl zum russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022 gegeben hatte.

Der Kremlchef wurde von den USA und ihren Verbündeten daraufhin jahrelang isoliert, der Internationale Strafgerichtshof erließ im März 2023 wegen Kriegsverbrechen sogar einen Haftbefehl gegen Putin. Kritiker warfen Trump deshalb vor, Putin erstmals wieder eine große Bühne zu bieten.

Trump hatte in den vergangenen Tagen betont, das Gipfeltreffen mit Putin diene in erster Linie der Vorbereitung eines Dreiertreffens mit Selenskyj. Davon war nach dem Gipfel jedoch nicht mehr die Rede.

Trump wiederholte auch nicht seine Drohung mit "sehr schwerwiegenden Konsequenzen" für Russland, sollten die Angriffe auf die Ukraine nicht unverzüglich enden. Erst vor einer Woche hatte der US-Präsident ein Ultimatum an Putin folgenlos verstreichen lassen.

(W.Budayev--DTZ)

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