Deutsche Tageszeitung - Trump bereitet Selenskyj freundlichen Empfang - Merz bekräftigt Forderung nach Waffenruhe

Trump bereitet Selenskyj freundlichen Empfang - Merz bekräftigt Forderung nach Waffenruhe


Trump bereitet Selenskyj freundlichen Empfang - Merz bekräftigt Forderung nach Waffenruhe
Trump bereitet Selenskyj freundlichen Empfang - Merz bekräftigt Forderung nach Waffenruhe / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

US-Präsident Donald Trump hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus einen freundlichen Empfang bereitet - und sich optimistisch zu einem baldigen Ende der Kämpfe in der Ukraine geäußert. Wenn bei dem Ukraine-Gipfel alles gut laufe, gebe es "eine vernünftige Chance, den Krieg zu beenden", sagte Trump am Montag im Oval Office. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) machte erneut eine Waffenruhe zur Voraussetzung für Friedensgespräche - Trump hatte dies zuvor als nicht notwendig bezeichnet.

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Trump kündigte die Beteiligung der USA an Sicherheitsgarantien für die Ukraine an, bei einem späteren erweiterten Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs fügte er an, der russische Präsident Wladimir Putin akzeptiere diese.

Trump bestritt zudem erneut die Notwendigkeit einer Waffenruhe in der Ukraine. Selenskyj und die anderen Europäer hatten eine Waffenruhe hingegen zur Voraussetzung für Friedensgespräche mit Russland gemacht.

Trump empfing Selenskyj diesmal deutlich freundlicher als beim ersten Empfang nach seinem Amtsantritt im Februar, bei dem Trump und Vizepräsident JD Vance Selenskyj vor laufenden Kameras heftig attackiert und ihm unter anderem fehlende Dankbarkeit vorgeworfen hatten.

Diesmal schüttelten die beiden Staatschefs einander die Hand, Trump legte dabei seine Hand auf Selenskyjs Schulter und führte ihn ins Oval Office. Trump nannte es "eine Ehre", Selenskyj zu empfangen. Selenskyj dankte Trump für seine Bemühungen, "das Töten zu beenden".

Trump erörterte am Montag zunächst bilateral mit Selenskyj Möglichkeiten, den seit dreieinhalb Jahren andauernden Ukraine-Krieg zu beenden. Danach wurde die Runde um Merz und weitere europäische Spitzenpolitiker erweitert, die hierfür nach Washington gereist waren.

Merz bekräftigte zum Auftakt des Treffens im erweiterten Kreis die Forderung nach einer Waffenruhe. Um die Glaubwürdigkeit möglicher Friedensverhandlungen zu garantieren, müsse es "mindestens eine Waffenruhe" geben, sagte der Kanzler. Die USA und Europa müssten deshalb "Druck auf Russland machen".

Trump schloss eine Waffenruhe zwar nicht aus. Er erwiderte allerdings in Merz' Richtung, es gebe "viele Punkte" zu beachten. Beim Treffen mit Selenskyj hatte Trump zuvor gesagt: "Wir können an einem Deal arbeiten, während sie kämpfen." Damit gab er die russische Position wieder.

Die europäischen Spitzenpolitiker waren am Montag nach und nach im Weißen Haus eingetroffen: neben Merz waren EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron, die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni und der finnische Präsident Alexander Stubb in die USA gereist.

Der US-Präsident sagte zu Beginn der Gespräche mit Selenskyj und den europäischen Spitzenpolitikern, Putin akzeptiere Sicherheitsgarantien westlicher Staaten für die Ukraine. Selenskyj sagte seinerseits, er habe sein bisher "bestes Gespräch" mit Trump geführt.

Bei seinem Treffen mit Selenskyj hatte Trump zuvor angekündigt, die USA würden sich im Rahmen eines Friedensabkommens an der Bereitstellung von Sicherheitsgarantien beteiligen. Zwar würden die Europäer "die erste Verteidigungslinie bilden, (...) aber wir werden ihnen auch helfen", sagte der US-Präsident. "Wir werden uns beteiligen."

Im Anschluss an die Beratungen mit Selenskyj und den weiteren europäischen Spitzenpolitikern wollte Trump nach eigenen Angaben den russischen Präsidenten Wladimir Putin anrufen.

Trump hatte Putin am Freitagabend im US-Bundesstaat Alaska zu einem Gipfeltreffen empfangen. Im Anschluss sprach sich Trump gegenüber europäischen Staats- und Regierungschefs bei einer Videokonferenz nach Teilnehmerangaben unter anderem dafür aus, Russland die Kontrolle über die ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk zu überlassen. Trump kündigte am Montag an, dass er nach den Beratungen im Weißen Haus ein Telefonat mit Putin führen wolle. Zudem bekräftigte er seine Absicht, ein Dreiertreffen mit Selenskyj und dem Kreml-Chef zu organisieren.

Selenskyj hatte sich am Montag nach seiner Ankunft in den USA am Vormittag bereits zu einem Vorgespräch mit den europäischen Verbündeten in der ukrainischen Botschaft in Washington getroffen. Zudem kam er zu Gesprächen mit dem US-Sondergesandten für die Ukraine, Keith Kellogg, zusammen.

Deutschland und die weiteren dabei vertretenen Staaten gehören zu einer sogenannten "Koalition der Willigen", die von Frankreich und Großbritannien angeführt wird. Unter Merz beansprucht auch Deutschland eine Führungsrolle.

(M.Travkina--DTZ)

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