Deutsche Tageszeitung - Russland und die Ukraine tauschen jeweils 146 Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine tauschen jeweils 146 Kriegsgefangene aus


Russland und die Ukraine tauschen jeweils 146 Kriegsgefangene aus
Russland und die Ukraine tauschen jeweils 146 Kriegsgefangene aus / Foto: © Handout / COORDINATION HEADQUART/AFP

Russland und die Ukraine haben am Sonntag einen weiteren Gefangenenaustausch vollzogen. Es seien jeweils 146 Kriegsgefangene an die Gegenseite übergeben worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium. Der Austausch sei unter Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustande gekommen. Die Ukraine machte keine Angaben zur Zahl der freigelassenen Gefangenen.

Textgröße ändern:

Der Austausch von Kriegsgefangenen sowie von Leichen war das einzige greifbare Ergebnis der direkten Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine, die sich zwischen Mai und Juli in Istanbul getroffen hatten. Seitdem wurden bereits hunderte Gefangene freigelassen.

Nach Angaben Moskaus wurden am Sonntag außerdem acht Bewohner der russischen Region Kursk, die von Kiew "illegal festgehalten wurden", aus Gefangenschaft in der Ukraine freigelassen. Die ukrainische Armee hatte im August 2024 eine Überraschungsoffensive in der russischen Grenzregion Kursk gestartet. Mithilfe des Einsatzes von nordkoreanischen Soldaten gelang es Russland schließlich, die Kontrolle über das Gebiet wieder zurückzuerobern.

Laut dem ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak war unter den am Sonntag freigelassenen Ukrainern der frühere Bürgermeister der Stadt Cherson, Wolodymyr Mykolajenko.

Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde außerdem der Journalist Dmytro Chyliuk aus russischer Haft entlassen. Dieser sei im März 2022 in der Region Kiew "entführt" worden. "Jetzt ist er endlich wieder zu Hause in der Ukraine." Ein weiterer ukrainischer Journalist, Mark Kaljusch, kam im Zuge des Gefangenenaustauschs nach Angaben Kiews ebenfalls frei.

Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen zeigte sich erleichtert über die Rückkehr der beiden Ukrainer und verlangte die Freilassung der "26 weiterhin vom Kreml festgehaltenen ukrainischen Medienvertreter".

Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Kämpfe in der Ukraine, die zeitweise auf Hochtouren gelaufen waren, schienen zuletzt ins Stocken geraten zu sein. Nach dem Alaska-Gipfel und einer Runde mit dem ukrainischen Präsidenten und europäischen Spitzenpolitikern wenig später bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus kam ein direktes Gespräch zwischen Selenskyj und Kreml-Chef Wladimir Putin bisher nicht zustande.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Drei Vermisste und vier Verletzte nach Einschlag von iranischer Rakete in Haifa

Nach einem iranischen Raketeneinschlag in ein Wohnhaus in Israel werden mindestens drei Menschen vermisst. Das siebenstöckige Gebäude in der Stadt Haifa sei teilweise eingestürzt, Feuerwehrleute suchten in den Trümmern nach drei Vermissten, teilte die Feuerwehr am Sonntagabend mit. Zuvor waren vier Verletzte geborgen worden.

Elf Tote bei israelischen Angriffen auf mehrere Regionen des Libanon

Bei erneuten israelischen Angriffen auf die Region der libanesischen Hauptstadt Beirut und den Südlibanon sind libanesischen Angaben zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Ein Luftangriff habe das südliche Beiruter Viertel Dschnah getroffen, dabei seien vier Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Sonntag. Zuvor waren bei Angriffen im Süden des Landes nach Angaben des Zivilschutzes bereits sieben Menschen getötet worden. Der israelische Armeechef Ejal Samir besuchte derweil Truppen im Südlibanon.

Trump verlängert Ultimatum für den Iran mutmaßlich bis Dienstag

US-Präsident Donald Trump hat sein dem Iran gesetztes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus mutmaßlich um einen Tag verlängert. In seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichte Trump am Sonntag den schlichten Hinweis "Dienstag, 20.00 Uhr" (Ortszeit, Mittwoch 2.00 Uhr MESZ). Zuvor hatte Trump Teheran Montag als Frist genannt, bis zu der eine Einigung erzielt werden müsse. Andernfalls drohe eine massive Zerstörungswelle von Kraftwerken und Brücken im Iran.

Wehrdienst-Regel zu Auslandsreisen: Wagenknecht fordert Rücktritt von Pistorius

Mit Blick auf eine Wehrdienst-Regel zu Auslandsreisen hat BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht den Rücktritt von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gefordert. "Dass sich Männer Auslandsaufenthalte bei der Bundeswehr genehmigen lassen müssen, erinnert an DDR- und Mauerzeiten, mit Demokratie und freiheitlicher Grundordnung hat das nichts zu tun", sagte Wagenknecht am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Pistorius "sollte angesichts dieser unsäglichen Gesetzesregelung zurücktreten". Auch aus anderen Parteien wurde Kritik an der Regelung geäußert.

Textgröße ändern: