Deutsche Tageszeitung - Planierraupen gegen Palästinenser: Norwegens Staatsfonds stößt Caterpillar-Anteile ab

Planierraupen gegen Palästinenser: Norwegens Staatsfonds stößt Caterpillar-Anteile ab


Planierraupen gegen Palästinenser: Norwegens Staatsfonds stößt Caterpillar-Anteile ab
Planierraupen gegen Palästinenser: Norwegens Staatsfonds stößt Caterpillar-Anteile ab / Foto: © AFP

Wegen des Einsatzes von Planierraupen durch israelische Behörden und das Militär hat der norwegische Staatsfonds seine Anteile an dem US-Baumaschinenhersteller Caterpillar abgestoßen. Caterpillar-Produkte würden durch Israel "für weit verbreitete und systematische Verletzungen des humanitären Völkerrechts" verwendet, erklärte der Fonds am Dienstag. "Von Caterpillar hergestellte Bulldozer werden von den israelischen Behörden für die weit verbreitete illegale Zerstörung palästinensischen Eigentums eingesetzt" und das Unternehmen habe nichts dagegen unternommen.

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Der norwegische Staatsfonds speist sich aus den Öl- und Gaseinnahmen des Landes und ist mit einem Volumen von rund 20 Billionen Kronen (1,7 Billionen Euro) der größte der Welt. Er hält Anteile an rund 8500 Unternehmen weltweit und gilt als größter Aktionär der Welt. Beim US-Unternehmen Caterpillar gehörte der Fonds bislang mit Anteilen in Höhe von 1,2 Prozent für rund 2,4 Milliarden Dollar zu den zehn größten Anteilseignern.

Der Fonds unterliegt bei seinen Investitionen strengen Richtlinien etwa in Bezug auf Ethikfragen, Menschenrechte und den Umweltschutz. Investitionen in israelische Unternehmen oder mit Bezug zu Israel hatten in den vergangenen Wochen für Diskussionen gesorgt. Anfang August teilte der Fonds mit, seine Aktien an elf israelischen Unternehmen verkauft zu haben. Zudem wurden Verträge mit externen israelischen Beratern beendet und die Richtlinien für Investitionen in dem Land abgeändert.

Neben dem Ausstieg bei Caterpillar verkündete der Fonds nun auch den Rückzug aus fünf israelischen Banken, denen vorgeworfen wird, den Bau illegaler Siedlungen im von Israel besetzten Westjordanland finanziert zu haben.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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