Deutsche Tageszeitung - Bankett-Boykott: Britischer Oppositionspolitiker will nicht mit Trump dinieren

Bankett-Boykott: Britischer Oppositionspolitiker will nicht mit Trump dinieren


Bankett-Boykott: Britischer Oppositionspolitiker will nicht mit Trump dinieren
Bankett-Boykott: Britischer Oppositionspolitiker will nicht mit Trump dinieren / Foto: © AFP/Archiv

Der britische Oppositionspolitiker Ed Davey hat eine Einladung zum Staatsbankett mit US-Präsident Donald Trump während dessen Besuch im September in London ausgeschlagen. Er wolle mit seinem Boykott eine "starke Botschaft" gegen Trumps Unterstützung des israelischen Vorgehens im Gazakrieg senden, schrieb der Vorsitzende der Liberaldemokraten in einem am Donnerstag veröffentlichten Gastbeitrag im "Guardian".

Textgröße ändern:

"Ich fühle mich verantwortlich, alles dafür zu tun, dass die Menschen im Gazastreifen in all dem Prunk und der Zeremonie nicht vergessen werden", erklärte Davey. "Ein Staatsbankett zu boykottieren ist nichts, was ich jemals tun wollte", fügte er hinzu. Er sehe in seiner Absage aber "die einzige Möglichkeit", Trump und den britischen Premier Keir Starmer auf das Leid im Gazastreifen aufmerksam zu machen.

Die größte Oppositionspartei, die konservativen Tories, warfen Davey einen "tiefen Mangel an Respekt" vor. Der Liberaldemokrat wies die Kritik im Interview mit dem BBC-Radio zurück. Er beabsichtige keine Respektlosigkeit gegenüber dem britischen König Charles III., der zum Staatsbankett mit Trump geladen hatte, beteuerte er.

Der US-Präsident reist Mitte September zum Staatsbesuch nach Großbritannien. Starmer hatte dem sichtlich erfreuten Trump bei einem Besuch in Washington im Februar mit der Einladung zum königlichen Staatsbankett überrascht.

Trumps vergangener Staatsbesuch in London während seiner ersten Amtszeit 2019 hatte in Großbritannien große Proteste ausgelöst. Damals boykottierte der damalige Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn ebenfalls das Staatsbankett im Buckingham-Palast. Auch für den Besuch im September sind bereits Demonstrationen angekündigt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot

Die portugiesische Polizei hat nach eigenen Angaben abermals Protestlager gegen die Wohnungsnot in den Städten Lissabon und Porto geräumt. Sie sei am frühen Morgen eingeschritten, "um diese illegalen Lager aufzulösen", teilte die Polizei am Sonntag im Onlinedienst X mit. "Als der Dialog endete, führte der Einsatz zu 31 Festnahmen wegen Ungehorsams", hieß es weiter. Die Organisatoren der Protestlager prangerten eine unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Beamten an.

Wenige Tage vor Parlamentswahl: Israel startet Großoffensive im Westjordanland

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat die Armee auf Anweisung von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine Großoffensive im besetzten Westjordanland begonnen. Israelische Soldaten drangen am Samstag in die Stadt Hebron ein und vertrieben rund 2000 Palästinenser aus ihren Häusern, wie Verteidigungsminister Israel Katz dem Sender Kan sagte. Die israelische Armee kündigte an, am Wahltag am Dienstag würden sämtliche Übergänge zum Westjordanland geschlossen. In Tel Aviv demonstrierten Tausende gegen Netanjahu.

Präsidentenstichwahl in Brasilien: Rechtsgerichteter Kandidat Bolsonaro gibt Stimme ab

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat der rechtsgerichtete Kandidat Flávio Bolsonaro am Sonntag seine Stimme abgegeben. "Brasilien hält nicht noch einmal vier solcher Jahre aus", sagte der Herausforderer des linksgerichteten Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva vor einem Wahllokal in Rio de Janeiro. "Das Leben aller hat sich verschlechtert." Für das bevölkerungsreichste Land Südamerikas sei "die Stunde für einen echten Wandel" gekommen.

Massive Beteiligung bei Schicksalswahl in Serbien

Schicksalswahl in Serbien: Unter massiver Beteiligung der Wählerinnen und Wähler hat das Balkanland am Sonntag ein neues Parlament bestimmt. Vor den Wahllokalen standen am Morgen tausende Menschen an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Bei den vorgezogenen Neuwahlen fordert die aus den Studentenprotesten hervorgegangene Studentska Lista die Serbische Fortschrittspartei von Präsident Aleksandar Vucic heraus, der die Politik des Landes seit vielen Jahren beherrscht.

Textgröße ändern: