Deutsche Tageszeitung - Merz wirft Putin mit Blick auf Ukraine-Verhandlungen gezielte Täuschung vor

Merz wirft Putin mit Blick auf Ukraine-Verhandlungen gezielte Täuschung vor


Merz wirft Putin mit Blick auf Ukraine-Verhandlungen gezielte Täuschung vor
Merz wirft Putin mit Blick auf Ukraine-Verhandlungen gezielte Täuschung vor / Foto: © POOL/AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen, die Bereitschaft zu einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nur vorgetäuscht zu haben. "Er stellt Vorbedingungen, die geradezu unannehmbar sind", sagte Merz nach Abschluss des deutsch-französischen Ministerrates am Freitag in Toulon. "Mich überrascht das offen gestanden nicht, denn es gehört zur Strategie dieses russischen Präsidenten, genauso vorzugehen."

Textgröße ändern:

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte: "Falls es bis Montag nicht zu dem Treffen zwischen Putin und Selenskyj kommt, (...) ist klar, dass Putin (US-Präsident Donald) Trump hat auflaufen lassen." Macron kündigte an, er und Merz würden am Wochenende mit Trump sprechen.

Merz forderte eine enge Abstimmung mit den europäischen Staaten und den USA, wie es nun weitergehen solle. Es müsse einen neuen Anlass geben, damit Putin sich tatsächlich mit Selenskyj und möglicherweise anderen Gesprächsteilnehmern treffe.

Dazu müsse es aber auch "eine Bereitschaft der russischen Seite geben, zu einem solchen Treffen einen Waffenstillstand einzuleiten", sagte Merz. Er mache sich aber "keine Illusionen", schränkte er umgehend ein. "Möglicherweise wird dieser Krieg noch viele Monate dauern. Darauf sollten wir jedenfalls vorbereitet sein."

Die wichtigste Aufgabe bestehe zunächst darin, die sogenannte Koalition der Willigen zusammenzuhalten, in der sich etwa 30 Staaten zur Unterstützung der Ukraine zusammengefunden haben, sagte Merz. Er ermunterte die USA mit Blick auf deren Zollpolitik, Zölle für Länder zu erheben, die durch Gas- und Öl-Importe aus Russland die russische Kriegswirtschaft mitfinanzierten.

"Kiew braucht starke Sicherheitsgarantien", sagte Merz weiter. Diese sollten auf mehreren Säulen ruhen. Deutschland beteilige sich vor allem an der Stärkung der ukrainischen Streitkräfte. Frankreich bringe "seine diplomatischen und militärischen Stärken" ein.

Macron bekräftigte, dass jegliche Verhandlung über einen Waffenstillstand nicht über den Kopf der Ukraine hinweg geschehen könne. Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine müssten feststehen, bevor über territoriale Fragen gesprochen werden könne.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Trump droht Iran mit Zerstörung von Kraftwerken und Brücken - und hält Einigung weiter möglich

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken gedroht - und sich zugleich zuversichtlich gezeigt, dass noch vor Ablaufen eines von ihm gestellten Ultimatums am Montag eine Einigung erreicht werden könnte. "Ich glaube, dass es für morgen gute Chancen gibt. Sie verhandeln gerade", sagte Trump am Sonntag dem Fernsehsender Fox News. "Wenn sie nicht schnell eine Einigung erzielen, werde ich alles in die Luft jagen und das Öl übernehmen."

Libanon: Mehrere Tote bei israelischen Angriffen in Beirut und Südlibanon

Bei einem erneuten israelischen Angriff im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens vier Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden. Der Luftangriff habe das südliche Viertel Dschnah getroffen und sei nahe eines der größten öffentlichen Krankenhäuser des Landes eingeschlagen, meldete das Ministerium am Sonntag. Zuvor waren bei weiteren Angriffen auf ein Dorf im Südlibanon nach Angaben des Zivilschutzes bereits sieben Menschen getötet worden.

Dürr verzichtet auf erneute Kandidatur als FDP-Chef und unterstützt Kubicki

Der amtierende FDP-Chef Christian Dürr verzichtet auf seine geplante erneute Kandidatur für den Parteivorsitz beim Parteitag Ende Mai und unterstützt stattdessen Wolfgang Kubicki. "Herr Dürr wird nicht mehr kandidieren", bestätigte die Kommunikationsleiterin des Bundesvorsitzenden der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Der "Bild"-Zeitung sagte Dürr, er unterstütze den früheren Bundestagsvizepräsident und stellvertretenden FDP-Chef Kubicki. An dessen Kandidatur regt sich allerdings auch Kritik.

Trump: Aus dem Iran geretteter Kampfjet-Pilot ist "schwer verwundet"

Der in einer riskanten Militäraktion im Iran gerettete US-Kampfjet-Pilot ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump "schwer verwundet". Der Soldat sei "schwer verwundet und wirklich mutig", erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social, nachdem er ihn zuvor lediglich als "verletzt", aber "wohlauf" bezeichnet hatte. Zugleich drohte der US-Präsident dem Iran mit verstärkten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken.

Textgröße ändern: