Deutsche Tageszeitung - Umstrittenes Migranten-Abkommen: Australien zahlt Milliardenbetrag an Nauru

Umstrittenes Migranten-Abkommen: Australien zahlt Milliardenbetrag an Nauru


Umstrittenes Migranten-Abkommen: Australien zahlt Milliardenbetrag an Nauru
Umstrittenes Migranten-Abkommen: Australien zahlt Milliardenbetrag an Nauru / Foto: © AFP/Archiv

Australien und Nauru haben sich auf ein Abkommen in Milliardenhöhe für die umstrittene Übersiedlung von hunderten Migranten in den pazifischen Inselstaat geeinigt. Durch jährliche Zahlungen bei einer möglichen Laufzeit von 30 Jahren könnte das Abkommen den australischen Staat insgesamt 2,5 Milliarden Australische Dollar (1,4 Milliarden Euro) kosten, erklärten Vertreter des australischen Innenministeriums vor einem Parlamentsausschuss. Insgesamt geht es um 354 Migranten, die von Australien nach Nauru abgeschoben werden sollen.

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Bei den 354 Menschen handelt es sich um Migranten, die keine Aufenthaltserlaubnis in Australien aber auch kein Land haben, in das sie abgeschoben werden können. Australien versucht bereits seit längerer Zeit, einen Umgang mit solchen Fällen zu finden. Ein Gericht hatte im Jahr 2023 geurteilt, dass eine Internierung auf unbestimmte Zeit nicht rechtens sei, woraufhin 220 Menschen freigelassen wurden. Im Februar hatte Australien eine unbekannte Summe an Nauru für die Aufnahme von drei verurteilten Gewalttätern bezahlt.

Noch sei unklar, ob Nauru alle 354 Migranten, darunter auch einige verurteilte Verbrecher, aufnehmen werde, erklärten Vertreter der australischen Einwanderungsbehörde. Die Regierung des Inselstaats treffe die finale Entscheidung.

Der kleine Inselstaat Nauru mit rund 12.500 Menschen liegt auf einem Atoll aus Phosphatgestein im dünn besiedelten Südpazifik. Mit einer Gesamtfläche von 21 Quadratkilometern ist er einer der kleinsten Staaten der Welt.

Ungewöhnlich reine Phosphatvorkommen hatten Nauru gemessen am Pro-Kopf-Einkommen zu einem der reichsten Länder der Welt gemacht. Doch die Vorkommen des für Düngemittel benötigten Rohstoffs Phosphat sind längst erschöpft. Nach Angaben von Wissenschaftlern sind 80 Prozent von Nauru durch den Bergbau unbewohnbar geworden.

Das wenige Land, das Nauru noch bleibt, ist durch den Meeresspiegelanstieg infolge des menschengemachten Klimawandels massiv bedroht.

(V.Varonivska--DTZ)

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