Deutsche Tageszeitung - Israel will nicht an UN-Sicherheitsratssitzung zu Gaza-Krieg teilnehmen

Israel will nicht an UN-Sicherheitsratssitzung zu Gaza-Krieg teilnehmen


Israel will nicht an UN-Sicherheitsratssitzung zu Gaza-Krieg teilnehmen
Israel will nicht an UN-Sicherheitsratssitzung zu Gaza-Krieg teilnehmen / Foto: © AFP

Israel wird nicht an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag zum Gaza-Krieg teilnehmen. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, begründete dies in einem Brief an den Vorsitz des mächtigsten UN-Gremiums damit, dass die Sitzung während des jüdischen Neujahrsfests Rosch Ha-Schana stattfinde. Es sei "bedauerlich", dass der Sicherheitsrat deshalb ohne israelische Teilnahme tagen werde.

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Israel habe den Sicherheitsrat mehrfach vergeblich darum gebeten, die Sitzung zu verlegen, erklärte Danon. Eine israelische Teilnahme am Dienstag sei nicht möglich, da Rosch Ha-Schana "eines der wichtigsten" Daten im jüdischen Kalender sei.

Israel gehört dem UN-Sicherheitsrat nicht an, war aber zu der Sitzung eingeladen worden, um seine Sichtweise der Lage im Gazastreifen und seines Krieges gegen die Hamas darzulegen.

Die Sicherheitsratssitzung zum Gaza-Krieg findet parallel zum Auftakt der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York statt, zu der in dieser Woche mehr als 140 Staats- und Regierungschefs erwartet werden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will am Freitag seine Rede vor der Vollversammlung halten.

Wegen seines harten militärischen Vorgehens im Gazastreifen und der humanitären Not der dortigen Zivilbevölkerung sieht sich Israel mit zunehmender Kritik auch von Verbündeten konfrontiert. Der internationale Druck auf Israel wächst auch dadurch, dass immer mehr Länder einen Palästinenserstaat offiziell anerkennen. Großbritannien, Kanada, Australien und Portugal hatten die Anerkennung am Sonntag verkündet, Frankreich und weitere Länder wollen diesen Schritt am Montag während eines Gipfeltreffens in New York zum Nahost-Konflikt vollziehen.

Der Gaza-Krieg war durch den Großangriff der radikalislamischen Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet und 251 weitere wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach unabhängig nicht überprüfbaren Angaben der Hamas-Behörden bislang mehr als 65.000 Menschen getötet.

Zuletzt verstärkte die israelische Armee ihren Militäreinsatz im Gazastreifen mit dem Ziel, die Hamas komplett zu vernichten. Die Armee will die Stadt Gaza einnehmen, die als eine der letzten Hamas-Hochburgen in dem Palästinensergebiet gilt, und begann dazu in der vergangenen Woche mit dem Einsatz von Bodentruppen.

(I.Beryonev--DTZ)

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