Deutsche Tageszeitung - Wadephul unzufrieden mit Etatentwurf - mehr Mittel für Hilfe gefordert

Wadephul unzufrieden mit Etatentwurf - mehr Mittel für Hilfe gefordert


Wadephul unzufrieden mit Etatentwurf - mehr Mittel für Hilfe gefordert
Wadephul unzufrieden mit Etatentwurf - mehr Mittel für Hilfe gefordert / Foto: © AFP

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat eine Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt 2026 gefordert. "Ressourcen für Außenpolitik sind kein Luxus, sondern Investitionen in eine Welt, die stabiler, sicherer und friedlicher sein muss", sagte Wadephul am Mittwoch in der Haushaltsdebatte des Bundestags. "Deswegen werbe ich dafür, dass wir die humanitären Mittel aufstocken."

Textgröße ändern:

Der Etatentwurf aus dem Bundesfinanzministerium sieht in diesem Bereich bislang leichte Kürzungen vor. Wadephul bat die Abgeordneten, in den anstehenden Beratungen zum Haushalt "Kraft und finanziellen Handlungsspielraum zu finden", um hier mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

Für Ausgaben in den Bereichen humanitäre Hilfe und Krisenprävention sieht der Etatentwurf 1,4 Milliarden Euro vor, er liegt damit leicht unter dem Niveau für dieses Jahr. Insgesamt soll das Auswärtige Amt nächstes Jahr 6,1 Milliarden Euro zur Verfügung haben - 94 Millionen Euro mehr als 2025.

"Krisen und Konflikte, die wir ignorieren, von denen wir uns einbilden, sie beträfen uns nicht, die kommen früher oder später zu uns", warnte Wadephul. "Deswegen müssen wir uns dort vor Ort engagieren." Als Beispiel nannte er die Lage im Bürgerkriegsland Sudan, wo 30 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen und zwölf Millionen Menschen auf der Flucht seien.

"Es ist auch unser ureigenstes sicherheitspolitisches Interesse, dass wir uns dort engagieren", sagte der Minister. Andernfalls könne von dort aus eine "Fluchtbewegung" entstehen. "Deswegen werbe ich dafür, dass humanitäre Hilfe nicht irgendeine Wohltat ist, dass das ein Luxus ist."

Für seine Rede in der Haushaltsdebatte des Bundestags hatte Wadephul seinen Aufenthalt bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York unterbrochen. Noch am Mittwoch wollte er dorthin zurückfliegen.

Die Bundesregierung sei weiter vom "System der Vereinten Nationen" überzeugt, auch wenn westliche Akteure wie etwa die USA auf Distanz gingen, sagte der CDU-Politiker. Die Vereinten Nationen seien der richtige Ort, "um die ganz großen Konflikte dieser Welt zu beraten".

In New York hätten Deutschland und seine Verbündeten in den vergangenen Tagen unter anderem "intensive Gespräche" mit dem Iran geführt. "Iran darf nicht in den Besitz einer Atomwaffe kommen", betonte Wadephul. "Das schulden wir Israel, das schulden wir uns selber, das schulden wir der ganzen Golfregion." Sollte sich der Iran atomar bewaffnen, würde dies eine Rüstungsspirale in der gesamten Golfregion nach sich ziehen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Arbeitskreis Steuerschätzung gibt Herbstprognose bekannt

Der Arbeitskreis Steuerschätzung gibt am Donnerstagnachmittag seine diesjährige Herbstprognose bekannt. Auf einer Pressekonferenz in Berlin will sich anschließend (15.00 Uhr) Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) dazu äußern. Angesichts etwas verbesserter Wachstumsaussichten könnten die Einnahmeerwartungen leicht nach oben korrigiert werden.

Ministerpräsidentenkonferenz trifft sich in Berlin

Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) der Länder tagt am Donnerstag (09.30 Uhr) unter dem Vorsitz von Rheinland-Pfalz im Bundesrat in Berlin. Die Beratungen finden ohne Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) allein auf Länderebene statt. Um 13.45 Uhr sollen die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Zu den geplanten Themen wollte sich die rheinland-pfälzische Staatskanzlei vorab noch nicht äußern.

Nach Krawallen in Frankreich: Macron berät mit Ministern und Geheimdiensten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Regierungschef Sébastien Lecornu kommen am Donnerstag wegen der gewalttätigen Proteste vom Wochenende mit Ministern und Geheimdienstvertretern in Paris zusammen. Dabei soll nach Angaben Macrons eine "detaillierte Bestandsaufnahme" der Ereignisse erstellt werden. Es sei notwendig, Transparenz darüber zu schaffen, was geschehen sei, hatte der Präsident am Mittwoch gesagt.

Merz reist zu Gipfeltreffen des Berlin-Prozesses nach Montenegro

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nimmt am Donnerstag am jährlichen Gipfeltreffen des sogenannten Berlin-Prozesses in Montenegro teil. Merz und andere europäische Spitzenpolitiker wollen dort mit Vertretern der Westbalkanstaaten zusammenkommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung regionaler Kooperation und die Annäherung an die EU. Weitere Schwerpunkte des Treffens sind Wirtschaftswachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit. Für etwa 13.00 Uhr ist eine Pressekonferenz vorgesehen.

Textgröße ändern: