Deutsche Tageszeitung - Vor UN-Rede von Netanjahu: Trump warnt Israel vor Annexion des Westjordanlands

Vor UN-Rede von Netanjahu: Trump warnt Israel vor Annexion des Westjordanlands


Vor UN-Rede von Netanjahu: Trump warnt Israel vor Annexion des Westjordanlands
Vor UN-Rede von Netanjahu: Trump warnt Israel vor Annexion des Westjordanlands / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu vor dessen Rede vor der UN-Vollversammlung vor einer Annexion des Westjordanlands gewarnt. Er werde Israel "nicht erlauben", das seit 1967 besetzte Palästinensergebiet zu annektieren, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus. "Nein, ich werde das nicht erlauben. Es wird nicht passieren", fügte Trump hinzu.

Textgröße ändern:

Netanjahu wird am Freitag als einer der Hauptredner bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York sprechen. Erwartet wird, dass er in seiner Ansprache die Anerkennung eines Palästinenserstaats durch Frankreich, Großbritannien und weitere Staaten verurteilt. Die USA hatten zuvor ebenfalls Kritik an dem Schritt geäußert. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hatte am Donnerstag dagegen weitere UN-Mitgliedstaaten aufgerufen, einen Palästinenserstaat anzuerkennen. Deutschland und die USA haben dies bisher nicht getan.

Als Reaktion auf die Anerkennung eines Palästinenserstaats durch die westlichen Länder waren in Israel wieder Forderungen nach einer Annexion des besetzten Westjordanlands laut geworden, unter anderem der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich hatte darauf gedrängt. Außenminister Gideon Saar sagte, Israel könne sich gezwungen sehen, "ebenfalls einseitige Schritte zu unternehmen".

Trump hatte am Donnerstag mit Netanjahu telefoniert, am Montag empfängt er den israelischen Ministerpräsidenten im Weißen Haus im Washington. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff hatte am Mittwoch in New York von einem 21-Punkte-Plan für Frieden im Nahen Osten und im Gazastreifen gesprochen, den Trump am Rande des UN-Treffens bereits mit einer Gruppe arabischer Staaten und muslimisch geprägten Ländern wie der Türkei besprochen habe.

Witkoff hatte sich zuversichtlich geäußert, "in den kommenden Tagen irgendeine Art von Durchbruch ankündigen" zu können. Trump selbst sagte am Donnerstag: "Wir kommen einer Vereinbarung über Gaza und vielleicht sogar einem Frieden ziemlich nahe." Bisher waren Trumps Vorstöße für einen Frieden im Nahen Osten im Sande verlaufen.

US-Medien zufolge sieht der neue sogenannte Trump-Plan eine Reihe von Punkten vor, die bereits seit Längerem diskutiert werden, ohne dass es darüber eine Verständigung gibt. Unter anderem wolle die US-Regierung die Freilassung aller Geiseln der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen, einen dauerhaften Waffenstillstand sowie einen israelischen Rückzug aus dem Gazastreifen erreichen, berichtete das Portal "Axios".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Emirate schicken Diplomatin Nusseibeh ins Rennen um Amt der UN-Generalsekretärin

Die Vereinigten Arabischen Emirate schicken die Diplomatin Lana Nusseibeh ins Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres. Nach der Ablehnung aller bisherigen Kandidaten durch die Vetomächte bei der jüngsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat nominierten die Emirate am Mittwoch die Staatsministerin im Außenministerium für den höchsten UN-Posten.

Selenskyj befürwortet Gespräche mit den USA und Russland "so bald wie möglich"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für schnellstmögliche Verhandlungen mit den USA und Russland über ein Ende des Ukraine-Krieges ausgesprochen. "Wir haben erfahren, dass Russland einem trilateralen Treffen zwischen unseren Teams positiv gegenübersteht", sagte Selenskyj am Mittwoch zu Journalisten in Kiew. "Die amerikanische Seite schlägt vor, dieses Treffen so bald wie möglich zu organisieren. Wir sind dafür", fügte er hinzu.

Cambridge-Analytica-Skandal: Meta zu 25 Milliarden Dollar Strafe verurteilt

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten ist der Mutterkonzern Meta zu einem Milliarden-Bußgeld verurteilt worden. Ein Richter in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico brummte Meta am Mittwoch eine Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar (gut 22 Milliarden Euro) auf, wie der Sender CNBC und andere Medien berichteten. Der Konzern will das Urteil demnach anfechten.

Witkoff: Gespräche mit Putin waren "konstruktiv", es gibt aber noch "wichtige Arbeit"

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, hat seine Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs als "konstruktiv" bezeichnet. "Die Diskussionen waren konstruktiv und werden mit trilateralen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine fortgesetzt", schrieb Witkoff am Mittwoch in Onlinediensten. "Es gibt noch wichtige Arbeit zu erledigen, aber Präsident Trump bleibt entschlossen, sich weiter für ein Ende dieses Krieges einzusetzen."

Textgröße ändern: