Deutsche Tageszeitung - Verfahrensfehler: Terror-Verfahren gegen Kneecap-Rapper in Großbritannien eingestellt

Verfahrensfehler: Terror-Verfahren gegen Kneecap-Rapper in Großbritannien eingestellt


Verfahrensfehler: Terror-Verfahren gegen Kneecap-Rapper in Großbritannien eingestellt
Verfahrensfehler: Terror-Verfahren gegen Kneecap-Rapper in Großbritannien eingestellt / Foto: © AFP

Ein britisches Gericht hat das Terror-Verfahren gegen einen Musiker der nordirischen Punk-Rap-Gruppe Kneecap wegen anti-israelischer Meinungsäußerungen eingestellt. Die Vorwürfe gegen den Musiker Liam O'Hanna, dessen Bühnenname Mo Chara lautet, könnten wegen eines Verfahrensfehlers nicht weiterverfolgt werden, erklärte am Freitag das Strafgericht von Woolwich. Die Entscheidung löste bei den vielen im Saal anwesenden Unterstützern des Rappers Jubelschreie aus. Die Kneecap-Fans schwenkten außerdem palästinensische und irische Flaggen.

Textgröße ändern:

"Herr O'Hanna, sie sind frei zu gehen", sagte der Richter an den Rapper gerichtet. Seine Anwälte hatten bereits bei einer Anhörung im Juni argumentiert, das Verfahren sei rechtswidrig, weil es nicht innerhalb der vorgesehenen sechsmonatigen Frist eingeleitet worden sei.

O'Hanna war strafrechtlich verfolgt worden, weil er sich bei einem Konzert im November 2024 in eine Fahne der Hisbollah gehüllt hatte. Die libanesische Schiitenmiliz wird in Großbritannien als terroristische Vereinigung eingestuft.

O'Hanna hatte erklärt, dass er nicht gewusst habe, wie die Hisbollah-Fahne aussehe. Er und seine beiden Bandkollegen versicherten, dass sie weder die israelfeindliche Miliz im Libanon noch die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas jemals unterstützt hätten. Am Freitag warf O'Hanna der britischen Justiz erneut ein politisch motiviertes Verfahren vor.

"Es ging immer um Gaza, darum, was passiert, wenn man es wagt, Kritik zu üben", sagte er, einen Palästinenserschal um den Hals, nach der Gerichtsentscheidung vor Journalisten. "Eure Versuche, uns zum Schweigen zu bringen, sind gescheitert, weil wir recht haben und Ihr unrecht", fügte er umgeben von Unterstützern hinzu, die "Free Palestine" riefen.

Nach der Einleitung des Terror-Verfahrens gegen O'Hanna hatte die Bekanntheit von Kneecap schlagartig zugenommen, allerdings wurden auch Konzerte der Gruppe in Deutschland und Österreich abgesagt. Zudem verweigerten Ungarn und Kanada Kneecap die Einreise. Ihre US-Tournee sagte die Band wegen des Gerichtsverfahrens ab, sie durfte jedoch beim berühmten Glastonbury-Festival sowie in Paris auftreten.

Kneecap ist äußerst umstritten und provoziert gerne. Der Name des Rap-Trios, der auf Deutsch "Kniescheibe" bedeutet, spielt auf das Vorgehen paramilitärischer Gruppen im Nordirland-Konflikt an, auf die Kniescheiben ihrer Opfer zu schießen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Selenskyj befürwortet Gespräche mit den USA und Russland "so bald wie möglich"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für schnellstmögliche Verhandlungen mit den USA und Russland über ein Ende des Ukraine-Krieges ausgesprochen. "Wir haben erfahren, dass Russland einem trilateralen Treffen zwischen unseren Teams positiv gegenübersteht", sagte Selenskyj am Mittwoch zu Journalisten in Kiew. "Die amerikanische Seite schlägt vor, dieses Treffen so bald wie möglich zu organisieren. Wir sind dafür", fügte er hinzu.

Cambridge-Analytica-Skandal: Meta zu 25 Milliarden Dollar Strafe verurteilt

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten ist der Mutterkonzern Meta zu einem Milliarden-Bußgeld verurteilt worden. Ein Richter in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico brummte Meta am Mittwoch eine Strafzahlung von 25 Milliarden Dollar (gut 22 Milliarden Euro) auf, wie der Sender CNBC und andere Medien berichteten. Der Konzern will das Urteil demnach anfechten.

Witkoff: Gespräche mit Putin waren "konstruktiv", es gibt aber noch "wichtige Arbeit"

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, hat seine Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs als "konstruktiv" bezeichnet. "Die Diskussionen waren konstruktiv und werden mit trilateralen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine fortgesetzt", schrieb Witkoff am Mittwoch in Onlinediensten. "Es gibt noch wichtige Arbeit zu erledigen, aber Präsident Trump bleibt entschlossen, sich weiter für ein Ende dieses Krieges einzusetzen."

Wittkoff: Gespräche mit Putin waren "konstruktiv", es gibt aber noch "wichtige Arbeit"

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, hat seine Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin über ein Ende des Ukraine-Kriegs als "konstruktiv" bezeichnet. "Die Diskussionen waren konstruktiv und werden mit trilateralen Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine fortgesetzt", schrieb Witkoff am Mittwoch in Onlinediensten. "Es gibt noch wichtige Arbeit zu erledigen, aber Präsident Trump bleibt entschlossen, sich weiter für ein Ende dieses Krieges einzusetzen."

Textgröße ändern: