Deutsche Tageszeitung - Ägyptischer Ex-Tourismusminister el-Enany zum Unesco-Chef nominiert

Ägyptischer Ex-Tourismusminister el-Enany zum Unesco-Chef nominiert


Ägyptischer Ex-Tourismusminister el-Enany zum Unesco-Chef nominiert
Ägyptischer Ex-Tourismusminister el-Enany zum Unesco-Chef nominiert / Foto: © AFP/Archiv

Der frühere ägyptische Tourismusminister Khaled el-Enany ist zum künftigen Unesco-Generaldirektor nominiert worden. Der Exekutivrat der UN-Organisation, dem 58 Länder angehören, entschied sich am Montag, den 54-Jährigen zur Wahl zu empfehlen, wie die Präsidentin des Gremiums, Vera El Khoury Lacoeuilhe verkündete. Die Abstimmung der Generalversammlung im November in Usbekistan gilt als Formsache.

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El-Enany tritt die Nachfolge der Französin Audrey Azoulay an, die nach zwei je vier Jahre dauernden Amtszeiten nicht mehr kandidieren konnte. Er ist der erste Vertreter eines arabischen Landes und der zweite Vertreter des afrikanischen Kontinents auf diesem Posten, nach dem Senegalesen Amadou Mahtar Mbow in den 70er und 80er Jahren.

El-Enany steht vor der Aufgabe, der Unesco nach dem erneuten Austritt der USA neue Finanzquellen zu erschließen. "Ich will zeigen, dass die Unesco eine messbare Wirkung auf das Leben vieler Menschen hat", betonte el-Enany während seines Wahlkampfs. Er verwies auf die Bildungsprojekte in Konfliktgebieten, den Einsatz für die Pressefreiheit und die Förderung von Frauen in Naturwissenschaften.

Um den Ausfall der Beiträge der USA zu kompensieren, die zuletzt etwa acht Prozent des Haushalts der Unesco ausmachten, setzt el-Enany unter anderem auf freiwillige Beiträge von Regierungen, Stiftungen und Mäzenen.

Der 54-Jährige ist ein studierter Ägyptologe, der von 2016 bis 2022 in seiner Heimat Minister für Altertümer und Tourismus war. Im vergangenen Jahr wurde er zum Unesco-Botschafter für kulturellen Tourismus ernannt.

El-Enany setzte sich gegen den Kongolesen Firmin Edouard Matoko durch, den langjährigen Außenbeauftragten der Unesco.

Die USA waren in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump im Juli erneut aus der Unesco ausgetreten. Trump wirft der Organisation eine anti-israelische Haltung und die Förderung von "gesellschaftlich und kulturell spaltenden Anliegen" vor.

Die Unesco fördert weltweit Bildung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Kultur. Sie führt zudem eine Welterbe-Liste.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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