Deutsche Tageszeitung - US-Senatoren: Justizministerin Bondi nutzt Ministerium als politische Waffe

US-Senatoren: Justizministerin Bondi nutzt Ministerium als politische Waffe


US-Senatoren: Justizministerin Bondi nutzt Ministerium als politische Waffe
US-Senatoren: Justizministerin Bondi nutzt Ministerium als politische Waffe / Foto: © AFP

US-Senatoren der Opposition haben US-Justizministerin Pam Bondi bei einer Anhörung in Washington vorgeworfen, ihr Ministerium als politische Waffe im Dienste von Präsident Donald Trump zu missbrauchen. Unter Bondi sei das Justizministerium "ein Schutzschild für den Präsidenten und seine politischen Verbündeten geworden, wenn sie Fehlverhalten begehen", sagte der demokratische US-Senator Dick Durbin am Dienstag. Trumps Vorgänger im Weißen Haus, US-Präsident Joe Biden, habe das Justizministerium "nie angewiesen, seine politischen Gegner zu verfolgen".

Textgröße ändern:

Bondi wurde in der Anhörung vorgeworfen, keine Distanz zur US-Regierung zu wahren. "In acht kurzen Monaten haben Sie das Justizministerium grundlegend verändert und einen riesigen Schandfleck in der amerikanischen Geschichte hinterlassen", sagte Durbin. Der demokratische Senator für den US-Bundesstaat Delaware, Chris Coons, zeigte sich "ernsthaft besorgt" über eine augenscheinliche Aufforderung Trumps an Bondi, seine politischen Widersacher zu verfolgen.

Trump hatte sich im September in Onlinediensten bei "Pam" beschwert, dass noch keine Ermittlungsverfahren gegen den kalifornischen Senator Adam Schiff, die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und den ehemaligen FBI-Chef James Comey eingeleitet worden seien. Kurz darauf erhob die US-Justiz Anklage gegen Comey und leitete Ermittlungen gegen die Demokraten Schiff und James ein.

Bondi wies die Vorwürfe der Senatoren vehement zurück. Ihr Justizministerium "kehrt zu unserer Hauptmission zurück, dem Kampf gegen das Verbrechen", sagte die Ministerin. Die Republikaner sind ihrerseits der Ansicht, dass das Justizministerium unter Trumps Vorgänger Biden instrumentalisiert wurde, um den heutigen Präsidenten unter anderem wegen Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten anzuklagen.

Trump stellt sämtliche gegen ihn angestrengte Verfahren als politisch motivierte Verfolgung dar, hinter der angeblich die Demokratische Partei und sein Vorgänger Biden stecken. Die Prozesse und Anklagen haben dem Immobilienunternehmer jedoch nicht geschadet: Trump gewann die Wahl im November 2024 deutlich und zog im Januar als erster verurteilter Straftäter ins Weiße Haus ein. Im Wahlkampf hatte Trump seinen politischen Gegnern mit Rache gedroht. Im Amt genießt Trump selbst eine weitreichende Immunität.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Gelbwesten planen neuen Protesttag

Nach einem von schweren Ausschreitungen geprägten Wochenende hat die sogenannte Gelbwestenbewegung für den kommenden Samstag erneut zu Protestaktionen aufgerufen. Auf einer im Internet veröffentlichten Karte waren bereits Dutzende Protestaktionen in Paris und anderen Orten verzeichnet. Innenminister Laurent Nuñez räumte vor einer Krisensitzung der Regierung in Paris am Montag einen Kontrollverlust und mangelnde Vorbereitung der Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem vom Wochenende ein.

Australien rüstet Unterwasserdrohnen für Angriffe aus der Luft aus

Australiens Militär will seine neuartigen autonomen Unterwasserdrohnen künftig auch für Angriffe aus der Luft einsetzen. Die unbemannten Fahrzeuge vom Typ "Ghost Shark" sollen Flugdrohnen über große Entfernungen transportieren und auf See starten lassen können. Die Fluggeräte könnten dann Schwärme bilden, um Ziele aufzuklären oder anzugreifen, wie das australische Verteidigungsministerium am Montag mitteilte.

Australische Abgeordnete bei mutmaßlichem Angriff lebensgefährlich verletzt

In Australien hat ein Mann die parteilose Abgeordnete Helen Haines am Montag mit einem Auto angefahren und dabei lebensgefährlich verletzt. Das Motiv des 43-jährigen Angreifers sei noch unklar, erklärte Premierminister Anthony Albanese. Es habe sich aber um "einen bewussten Angriff" gehandelt - "keinen Unfall". Eine Anti-Terror-Einheit der Polizei sei eingeschaltet worden, um den Vorfall zu untersuchen.

Offshore-Daten: Nordrhein-Westfalen übergibt hunderte Verdachtsfälle an Bundesländer

Nach dem Ankauf umfangreicher Kundendaten von Dienstleistern, die Firmen in Steueroasen vermitteln, hat das Land Nordrhein-Westfalen 398 Verdachtsfälle mit Deutschlandbezug identifiziert. Die aufbereiteten Fälle würden nun an Ermittlungsbehörden der betroffenen Bundesländer übergeben, teilte das Finanzministerium in Düsseldorf am Montag mit. Ob in den einzelnen Fällen Steuern hinterzogen wurden und wie hoch ein möglicher Schaden ist, sei zu ermitteln.

Textgröße ändern: