Deutsche Tageszeitung - Ende November Entscheidung in Frankreich über weitere Haftstrafe für Sarkozy

Ende November Entscheidung in Frankreich über weitere Haftstrafe für Sarkozy


Ende November Entscheidung in Frankreich über weitere Haftstrafe für Sarkozy
Ende November Entscheidung in Frankreich über weitere Haftstrafe für Sarkozy / Foto: © AFP/Archiv

Der kürzlich erst zu einer Haftstrafe verurteilte ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy erfährt am 26. November, ob eine weitere Haftstrafe gegen ihn rechtskräftig wird. Den Termin gab das höchste Berufungsgericht am Mittwoch in Paris bekannt, nachdem es sich mit der sogenannten Bygmalion-Affäre befasst hatte. Dabei geht es um die Überschreitung der vorgeschriebenen Grenze für Wahlkampfkosten im Jahr 2012.

Textgröße ändern:

Die Staatsanwaltschaft forderte das Berufungsgericht am Mittwoch auf, Sarkozys Antrag auf ein neues Verfahren abzuweisen. Sarkozys Anwälte beteuerten erneut dessen Unschuld. Der Ex-Präsident war 2024 im Berufungsverfahren zu dieser Affäre zu einem Jahr Haft verurteilt worden, davon sechs Monate auf Bewährung und sechs in Form einer elektronischen Fußfessel. Dagegen hatte er Rechtsmittel eingelegt.

Sarkozy hatte die Obergrenze für Wahlkampfkosten von 22,5 Millionen Euro um knapp das Doppelte überschritten. Die Eventfirma Bygmalion, die der Affäre ihren Namen gab, verschleierte nach Überzeugung der Richter einen Teil der Wahlkampfkosten, indem sie einen erheblichen Teil davon nicht dem Kandidaten, sondern seiner Partei für fiktive Veranstaltungen in Rechnung stellte.

Der konservative Ex-Präsident war nicht wegen des Systems der gefälschten Rechnungen angeklagt, sondern lediglich wegen des Überschreitens der Obergrenze für die Wahlkampfausgaben. Trotz der in den Wahlkampf investierten 43 Millionen Euro verlor der damalige Amtsinhaber die Wahl 2012 gegen seinen sozialistischen Herausforderer François Hollande.

Zu seiner ersten rechtskräftigen Haftstrafe von einem Jahr war Sarkozy 2024 wegen versuchter Bestechung eines Richters verurteilt worden. Er trug deswegen von Februar bis Mai eine elektronische Fußfessel, die er dann aber unter Auflagen aus Altersgründen wieder ablegen durfte.

Im September wurde er in der Affäre um libysche Gelder für seinen ersten Präsidentschaftswahlkampf 2007 zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dagegen legte er Berufung ein, aber die Richter verfügten eine sofortige Vollstreckung. Der 70-Jährige soll in der kommenden Woche erfahren, wann er die Haft antreten muss.

Sarkozy ist der erste ehemalige Präsident Frankreichs, der wegen Vergehen vor und nach seiner Amtszeit zu Haftstrafen verurteilt wurde. Während ihrer Amtszeit sind französische Präsidenten durch ihre Amtsimmunität vor Strafverfolgung geschützt.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Russischer Außenminister Lawrow reist in den Iran

Zum ersten Mal seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar wird der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag in Teheran erwartet. Angesichts der ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sei Lawrows Besuch darauf ausgerichtet, "die Rückkehr zu einem großen Krieg zu verhindern", erklärte das Außenministerium in Moskau am Sonntag.

Brasilien: Lula und Bolsonaro überziehen sich im TV-Duell mit Vorwürfen

Eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien haben sich der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro eine teils chaotische TV-Debatte geliefert. Beide Politiker überzogen sich in dem Duell des Fernsehsenders Band am Sonntag gegenseitig mit Vorwürfen und Beleidigungen und warfen einander vor, korrupt zu sein.

Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rot in Berlin auch gegen Kritik aus der SPD

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat ein mögliches Bündnis von Linken, Grünen und SPD in Berlin gegen Kritik auch aus Reihen der Sozialdemokraten verteidigt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus hätten die Berlinerinnen und Berliner klar gemacht, dass sie sich einen Politikwechsel wünschen, sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Er sehe da eine Chance für Berlin.

SPD-Fraktionschef Miersch zweifelt an Berliner Koalition mit der Linken

In der schwarz-roten Koalition wächst die Kritik an einem möglichen Regierungsbündnis unter Führung der Linkspartei in der Hauptstadt. "Ich habe noch erhebliche Zweifel", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Vor allem Teile der Berliner Linken hätten aus seiner Sicht Fragen zum Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität nicht ausreichend geklärt. Die SPD trage eine große Verantwortung und müsse sich genau überlegen, mit wem sie zusammenarbeite.

Textgröße ändern: