Deutsche Tageszeitung - Hamas-Vertreter: "Optimismus" bei allen an Gaza-Verhandlungen beteiligen Parteien

Hamas-Vertreter: "Optimismus" bei allen an Gaza-Verhandlungen beteiligen Parteien


Hamas-Vertreter: "Optimismus" bei allen an Gaza-Verhandlungen beteiligen Parteien
Hamas-Vertreter: "Optimismus" bei allen an Gaza-Verhandlungen beteiligen Parteien / Foto: © AFP

Die Hamas hat sich positiv über den Verlauf der Verhandlungen über ein Abkommen zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen geäußert. "Die Vermittler unternehmen große Anstrengungen, um alle Hindernisse für die Umsetzung der Waffenruhe aus dem Weg zu räumen, und unter allen Parteien herrscht Optimismus", sagte der ranghohe Hamas-Vertreter Taher al-Nunu am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Am dritten Verhandlungstag wurden ranghohe Delegationen aus den USA, Katar und der Türkei zu den Gesprächen in der ägyptischen Küstenstadt Scharm el-Scheich erwartet.

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Israel und die Hamas führen seit Montag unter Vermittlung von Ägypten, Katar und den USA indirekte Verhandlungen über den von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Plan zur Beendigung des Gaza-Kriegs.

Nach Angaben des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi trafen am Mittwoch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, in Scharm el-Scheich ein. Die Nachrichten, die er seitdem erhalten habe, seien "sehr ermutigend", sagte al-Sisi. Witkoff und Kushner seien mit "einem starken Willen, einer starken Botschaft und einem starken Mandat von Präsident Trump zur Beendigung des Kriegs in dieser Verhandlungsrunde" angereist.

Auch der katarische Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani wollte sich am Mittwoch in die Verhandlungen einschalten. Die türkische Delegation wird von Geheimdienstchef Ibrahim Kalin angeführt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte nach Angaben seines Büros, Trump habe ihn darum gebeten, die Hamas davon zu "überzeugen", seinen Gaza-Plan zu akzeptieren. Erdogan unterhält enge Beziehungen zu der Palästinenserorganisation.

Trumps Plan sieht unter anderem die Freilassung aller von der Hamas festgehaltenen Geiseln, die Entwaffnung und politische Entmachtung der Hamas sowie einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen vor.

Nach Angaben des Hamas-Vertreters al-Nunu übergab die Islamisten-Organisation der israelischen Seite am Mittwoch eine Liste inhaftierter Palästinenser, die Israel nach Inkrafttreten einer Waffenrufe im Austausch für die von der Hamas festgehaltenen Geiseln freilassen soll.

Am Donnerstag soll bei einem Treffen europäischer und arabischer Staaten in Paris über die Umsetzung des Plans beraten werden. Für Deutschland nimmt Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) daran teil. "Wir sehen in dem Plan eine einmalige Chance den fürchterlichen Krieg in Gaza zu beenden, endlich die Geiseln zu befreien und für dringend benötigte humanitäre Hilfe zu sorgen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.

Laut Trumps Plan soll die Hamas künftig bei der Verwaltung des Gazastreifens keinerlei Rolle mehr spielen. Die islamistische Palästinenserorganisation besteht allerdings auf einem Mitspracherecht. Auf die Forderung nach ihrer kompletten Entwaffnung hat sie bislang nicht reagiert. Der Chefunterhändler der Hamas, Chalil al-Hajja, verlangte von Trump und den Vermittlern "Garantien" für ein Ende des Kriegs im Gazastreifen.

Der US-Präsident sagte am Dienstag, es bestehe die Möglichkeit, "dass wir Frieden im Nahen Osten erreichen können". Die USA würden im Falle einer Waffenruhe "alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass sich alle an die Vereinbarung halten", betonte Trump im Weißen Haus.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu bekräftigte am Dienstagabend seine Entschlossenheit, alle von der Hamas festgehaltenen Geiseln zurückzuholen. Seine Regierung werde weiter dafür kämpfen, alle ihre Ziele im Gaza-Krieg zu erreichen. Dazu zähle neben der Rückkehr aller Geiseln die "Beseitigung der Hamas-Herrschaft" im Gazastreifen.

Kämpfer der Hamas und mit ihr verbündete Islamisten aus dem Gazastreifen hatten am 7. Oktober 2023 Israel überfallen. Nach israelischen Angaben wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. Zwei Jahre später sind noch immer 47 Geiseln in der Gewalt der Hamas. Mindestens 25 der Geiseln sollen nach Angaben des israelischen Militärs aber bereits tot sein.

Der Hamas-Angriff löste den Krieg im Gazastreifen aus, wo Israel seitdem massiv militärisch vorgeht. Nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn des israelischen Offensive mehr als 67.100 Menschen in dem Palästinensergebiet getötet.

(A.Stefanowych--DTZ)

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