Deutsche Tageszeitung - Israel und Hamas stimmen erster Phase von Friedensplan zu

Israel und Hamas stimmen erster Phase von Friedensplan zu


Israel und Hamas stimmen erster Phase von Friedensplan zu
Israel und Hamas stimmen erster Phase von Friedensplan zu / Foto: © AFP

Durchbruch nach rund zwei Jahren Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas: Beide Seiten haben der ersten Phase eines Friedensplans von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, um ein Ende des Gaza-Krieges zu erreichen. "Das bedeutet, dass alle Geiseln sehr bald freigelassen werden und Israel seine Truppen auf eine vereinbarte Linie zurückziehen wird", erklärte Trump am Mittwoch (Ortszeit). Für die Geiseln sollen palästinensische Häftlinge freigelassen werden, außerdem sollen die Hilfslieferungen in den Küstenstreifen verstärkt werden. Unterzeichnet werden könnte die Vereinbarung bereits am Donnerstag in Ägypten.

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"Ich bin sehr stolz, bekannt geben zu können, dass Israel und die Hamas der ersten Phase unseres Friedensplans zugestimmt haben", erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Weiter schrieb er von einem "ersten Schritt hin zu einem starken, dauerhaften und ewigen Frieden".

Zuvor hatten Israel und die Hamas in Ägypten indirekte Verhandlungen geführt. Das Vermittlerland Katar bezeichnete die Vereinbarung als "erste Phase des Gaza-Waffenruheabkommens", das zur Beendigung des Krieges, zur Freilassung israelischer Geiseln und palästinensischer Gefangener und Bereitstellung von Hilfsgütern führen werde, erklärte ein katarischer Außenamtssprecher. Die Einzelheiten würden später bekannt gegeben.

Aus Hamas-Kreisen hieß es, dass im Rahmen der ersten Phase 20 lebende Geiseln freigelassen werden sollen. Im Gegenzug sollen fast 2000 Palästinenser aus der Haft entlassen werden. 250 der freizulassenden palästinensischen Häftlinge verbüßen den Angaben nach lebenslange Freiheitsstrafen.

Auch zwei Jahre nach dem Hamas-Überfall auf Israel befinden sich noch immer 47 Geiseln in der Gewalt der Hamas, wobei einige nach Angaben der israelischen Armee bereits tot sind.

Die Freilassung solle binnen 72 Stunden nach der Unterzeichnung des Abkommens erfolgen, hieß es weiter aus Hamas-Kreisen. Nach Angaben aus mit der Vereinbarung vertrauten Kreisen soll das Abkommen am Donnerstag in Ägypten unterzeichnet werden.

Trump sagte später in einem Interview mit dem Sender Fox News, er gehe von der Freilassung der Geiseln am Montag aus. "Es wird so viel unternommen, um die Geiseln freizubekommen und wir glauben, dass sie alle am Montag zurückkommen werden", sagte er. Dazu gehörten auch die Leichen der Geiseln, die nicht mehr am Leben sind. Trump sagte außerdem, dass die USA eine Rolle beim Wiederaufbau des Gazastreifens und der Wahrung von Frieden und Sicherheit spielen würden.

In seinem zuvor auf Truth Social veröffentlichten Beitrag dankte er den Vermittlerländern Katar, Ägypten und der Türkei. Kurz vor Bekanntgabe der Einigung hatte Trump gesagt, er werde "möglicherweise" am Ende der Woche in den Nahen Osten reisen - wahrscheinlich nach Ägypten, er ziehe aber auch eine Reise in den Gazastreifen in Betracht.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, für Donnerstag das Kabinett einzuberufen, um das Abkommen zu bestätigen. Die israelische Armee bereitet sich nach eigenen Angaben auf die Aufnahme der Geiseln vor.

Die Hamas hatte bereits eine Liste an palästinensischen Häftlingen in israelischen Gefängnissen übermittelt, die sie in der ersten Phase freigelassen sehen will.

UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Einigung zwischen Israel und der Hamas. Er forderte alle Parteien in einer Erklärung auf, sich vollständig an die Einigung zu halten.

"Alle Geiseln müssen in würdevoller Weise freigelassen werden", erklärte Guterres weiter. "Eine dauerhafte Waffenruhe muss sichergestellt werden. Die Kämpfe müssen ein für alle Mal beendet werden", fuhr er fort. Außerdem müsse die sofortige ungehinderte Einfuhr humanitärer Hilfe in den Gazastreifen gewährleistet werden.

Ausgelöst worden war der Krieg im Gazastreifen durch den Überfall von Kämpfern der Hamas und mit ihr verbündeter Islamisten auf Israel am 7. Oktober 2023. Nach israelischen Angaben wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet. 251 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt.

Seither geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, mehr als 67.100 Menschen getötet. Die humanitäre Lage in dem Palästinensergebiet ist katastrophal.

(L.Møller--DTZ)

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