Deutsche Tageszeitung - Geiselfreilassung für Montagfrüh erwartet - Nahost-Friedensgipfel am Nachmittag

Geiselfreilassung für Montagfrüh erwartet - Nahost-Friedensgipfel am Nachmittag


Geiselfreilassung für Montagfrüh erwartet - Nahost-Friedensgipfel am Nachmittag
Geiselfreilassung für Montagfrüh erwartet - Nahost-Friedensgipfel am Nachmittag / Foto: © AFP

Historischer Tag im Nahen Osten: Nach mehr als zwei Jahren sollen nach Angaben der israelischen Regierung am Montag die letzten Geiseln aus der Gewalt der Hamas freikommen. Die Übergabe solle am "frühen Montagmorgen" stattfinden, sagte Regierungssprecherin Schosch Bedrosian am Sonntag. Am selben Tag planen die USA und Ägypten ein Gipfeltreffen, bei dem nach Angaben der ägyptischen Regierung ein Dokument "zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen" unterzeichnet werden soll. US-Präsident Donald Trump brach indes nach Israel und Ägypten auf.

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"Wir gehen davon aus, dass alle 20 lebenden Geiseln gleichzeitig an das Rote Kreuz übergeben und in sechs bis acht Fahrzeugen transportiert werden", sagte Bedrosian. Erst wenn die Ankunft sämtlicher Geiseln in Israel bestätigt sei, würden im Gegenzug diejenigen palästinensischen Häftlinge freikommen, deren Freilassung vereinbart worden sei. Auch die Hamas hatte zuvor mitgeteilt, dass die Geisel-Übergabe am Montagmorgen stattfinden solle.

"Leider erwarten wir, dass nicht alle verstorbenen Geiseln morgen zurückkehren werden", sagte ein Armeevertreter vor Journalisten. Bedrosian hatte zuvor erklärt, dass ein internationales Gremium eingerichtet werde, um die sterblichen Überreste der Geiseln im Gazastreifen ausfindig zu machen, die am Montag nicht übergeben werden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bezeichnete die erwartete Geiselfreilassung als "historisches Ereignis". Dieses sei sowohl von "Freude über die Rückkehr der Geiseln" begleitet, als auch von "Trauer über die Freilassung von Mördern", sagte der Ministerpräsident in einer Fernsehansprache mit Blick auf die im Abkommen mit der Hamas zugesagte Freilassung inhaftierter Palästinenser.

Zwei Jahre nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem Beginn des dadurch ausgelösten Krieges im Gazastreifen war am Freitag eine Waffenruhe in Kraft getreten. Israel und die Hamas hatten zuvor der ersten Phase eines von Trump vorgelegten Friedensplans zugestimmt.

Dieser sieht in der ersten Phase die Freilassung der verbliebenen Geiseln aus der Gewalt der Hamas vor. Nach Angaben von Netanjahu sind 20 der beim Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln noch am Leben, 27 weitere sind tot. Übergeben werden sollen auch die sterblichen Überreste eines bereits 2014 getöteten und seitdem im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Soldaten. Im Gegenzug sollen fast 2000 inhaftierte Palästinenser aus israelischen Gefängnissen freikommen. Die Frist für die Freilassung der Geiseln läuft am Montag um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) ab

Kurz vor der geplanten Übergabe der Geiseln an Israel bekräftigte die Hamas ihre Forderung nach der Freilassung mehrerer Palästinenseranführer. Die Hamas bestehe darauf, dass die Liste der freizulassenden Palästinenser auch "sieben hochrangige Anführer enthält, insbesondere Marwan Barghuti, Ahmed Saadat, Ibrahim Hamed und Abbas al-Sajjed", erfuhr AFP aus Hamas-Verhandlungskreisen.

Trump machte sich indes auf dem Weg nach Israel und Ägypten. "Der Krieg ist vorbei", sagte er an Bord seiner Präsidentenmaschine Air Force One. Sein Besuch in der Region werde "sehr besonders", betonte er. Nach Angaben des Weißen Hauses wird er bei der Reise von Außenminister Marco Rubio, Pentagon-Chef Pete Hegseth und dem Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, begleitet.

Trump wird in Israel nach einem Gespräch mit Netanjahu eine Rede vor dem israelischen Parlament halten und Angehörige von Geiseln treffen. Am Nachmittag reist er nach Scharm el-Scheich in Ägypten zu dem von ihm und seinem ägyptischen Kollegen Abdel Fattah al-Sisi ausgerichteten Nahost-Gipfel. Daran sollen Staats- und Regierungschefs aus mehr als 20 Ländern teilnehmen, unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Ziel des Gipfels sei es, "den Krieg im Gazastreifen zu beenden, die Bemühungen um Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu verstärken und eine neue Ära regionaler Sicherheit und Stabilität einzuläuten", erklärte das ägyptische Präsidialamt.

Die Vermittlerländer USA, Ägypten und Katar wollen nach Angaben aus Diplomatenkreisen bei dem Treffen Garantien für die Einhaltung des Gaza-Abkommens abgeben. Ein entsprechendes Dokument solle unterzeichnet werden, erfuhr AFP aus einer diplomatischen Quelle.

Israelische Vertreter nehmen laut Regierungssprecherin Bedrosian nicht an dem Gipfel teil. Auch die Hamas ist nach eigenen Angaben nicht vertreten.

Einige entscheidende Konfliktpunkte sind bisher nicht geklärt. So sieht Trumps Friedensplan unter anderem die Entmachtung und Entwaffnung der Hamas vor. Die islamistische Palästinenserorganisation lehnt dies jedoch strikt ab.

(L.Møller--DTZ)

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