Deutsche Tageszeitung - Friedensnobelpreisträgerin drängt Venezuelas Präsidenten Maduro zu Rücktritt

Friedensnobelpreisträgerin drängt Venezuelas Präsidenten Maduro zu Rücktritt


Friedensnobelpreisträgerin drängt Venezuelas Präsidenten Maduro zu Rücktritt
Friedensnobelpreisträgerin drängt Venezuelas Präsidenten Maduro zu Rücktritt / Foto: © AFP

Die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat den linksnationalistischen Präsidenten Venezuelas, Nicolás Maduro, zum Rücktritt gedrängt. "Maduro hat im Moment die Möglichkeit, eine friedliche Übergabe anzugehen", sagte Machado am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Wenn er sich weiter weigere, seien "die Konsequenzen allein seine Verantwortung". Ob "mit oder ohne Verhandlungen, wird er die Macht abgeben."

Textgröße ändern:

Die Opposition sei bereit, Maduro Garantien anzubieten, sagte Machado AFP. "Garantien, die wir nicht veröffentlichen werden, bis wir am Verhandlungstisch sitzen." Auch anderen Verantwortlichen, etwa aus dem Militär oder der Polizei, biete die Opposition Garantien an, wenn sie eine Machtübergabe ermöglichen würden. "Wir alle - Zivilisten und Militär - haben eine Rolle zu spielen."

Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Machado und die Präsenz von US-Kriegsschiffen vor der Küste Venezuelas habe die Regierung in Caracas in eine Krise gestürzt, erklärte die Oppositionspolitikerin. "Sie wissen, dass sie sich in der letzten und entscheidenden Phase befinden." Die ganze Welt wisse, dass die venezolanische Regierung geschlagen sei.

Machado war am Freitag mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Die Oppositionspolitikerin wird von ihren Anhängern als "La Libertadora" gefeiert, als "Befreierin". Obwohl ihr in ihrer Heimat die Festnahme droht und zahlreiche Oppositionelle im Gefängnis sitzen, hat sie das Land nicht verlassen, sondern ist untergetaucht. Sie tritt unangekündigt auf, hält etwa eine Rede auf der Ladefläche eines Lieferwagens und flieht anschließend auf einem Motorrad.

Die Opposition kürte Machado im vergangenen Jahr zur Präsidentschaftskandidatin. Sie galt als Favoritin gegen den Amtsinhaber Maduro - bis die Behörden ihr die Kandidatur untersagten. An ihrer Stelle kandidierte der wenig bekannte Diplomat Edmundo González Urrutia, Machado wurde seine Sprecherin.

Zugleich spitzt sich der Konflikt zwischen Washington und Caracas seit Wochen zu. US-Präsident Donald Trump wirft Maduro vor, Drogenbanden zu kontrollieren und den Drogenhandel gezielt gegen die USA einzusetzen, was dieser bestreitet. Seit Wochen geht das US-Militär bei Einsätzen vor Venezuelas Küste gegen angebliche Drogenschmugglerboote vor, die es versenkte und dabei mehrere Menschen tötete.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Urteil: Kontrolle an deutscher Grenze zu Luxemburg rechtswidrig

Eine Identitätskontrolle an der deutsch-luxemburgischen Grenze im Juni 2025 ist laut einem Urteil rechtswidrig gewesen. Die Verlängerung der Grenzkontrollen in diesem Zeitraum verstieß gegen EU-Recht, wie das Verwaltungsgericht im rheinland-pfälzischen Koblenz am Montag mitteilte. Die Bundespolizei könne zwar die Identität eines Menschen feststellen - das gilt aber nur, wenn die Binnengrenzkontrollen innerhalb der EU rechtskonform wiedereingeführt oder verlängert wurden. (Az.: 3 K 650/25.KO).

FDP Hessen spricht sich für Kubicki als neuen Parteichef aus

Die FDP Hessen hat sich für Wolfgang Kubicki als neuen Parteichef der Liberalen ausgesprochen. Der Landesvorstand habe "einstimmig beschlossen, den Delegierten beim Bundesparteitag im Mai die Wahl Kubickis zu empfehlen", teilte die hessische FDP am Montag mit. Der 74-Jährige sei "in der aktuellen Situation der Kandidat, mit dem die Freien Demokraten am stärksten Profil zeigen und Sichtbarkeit erreichen können", erklärte Hessens FDP-Chef Thorsten Lieb.

Wadephul setzt im Ringen um Aufhebung der Hormus-Blockade auf UN-Sicherheitsrat

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will sich bei einem Besuch bei den Vereinten Nationen für eine diplomatische Lösung im Streit um die Straße von Hormus einsetzen. Er werde dafür werben, "dass der Weltsicherheitsrat seiner Rolle gerecht wird", sagte der Minister am Montag vor seinem Abflug nach New York. Dort will er an einer Debatte des UN-Sicherheitsrats zum Thema maritime Sicherheit teilnehmen.

Deutschlands Botschafter in Moskau einbestellt

Russland hat am Montag den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, einbestellt. Als Begründung nannte das russische Außenministerium die angebliche Unterstützung eines deutschen Abgeordneten für eine tschetschenische "Terrororganisation". Konkret warf Moskau dem CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter vor, sich kürzlich in Kiew mit dem Anführer der in Russland verbotenen Gruppierung "Tschetschenische Republik Itschkerien" getroffen und ihre "antirussischen Aktivitäten" befürwortet zu haben.

Textgröße ändern: