Deutsche Tageszeitung - Rückschlag für Trump: Gericht stoppt Entsendung der Nationalgarde nach Portland

Rückschlag für Trump: Gericht stoppt Entsendung der Nationalgarde nach Portland


Rückschlag für Trump: Gericht stoppt Entsendung der Nationalgarde nach Portland
Rückschlag für Trump: Gericht stoppt Entsendung der Nationalgarde nach Portland / Foto: © AFP/Archiv

In den juristischen Auseinandersetzungen um die Entsendung der Nationalgarde in US-Großstädte hat Präsident Donald Trump einen neuen Rückschlag erlitten. Ein Bundesberufungsgericht stoppte am Dienstagabend (Ortszeit) die Entsendung der Nationalgarde nach Portland im Bundesstaat Oregon für unbestimmte Zeit. Trump hatte den Einsatz von rund 200 Nationalgardisten in der von den oppositionellen Demokraten regierten Stadt an der US-Nordwestküste angeordnet.

Textgröße ändern:

Das in San Francisco ansässige Berufungsgericht setzte aber nun die von ihm selbst in der vergangenen Woche erteilte Erlaubnis für den Einsatz der Garde in Portland aus. Die vorherige Entscheidung des Gerichts war von einem Gremium aus drei Richtern gefällt worden, nun sollen elf Richter den Fall nochmals prüfen. Ein Datum dafür nannte das Gericht nicht.

Mit dem jetzigen Rückzieher des Berufungsgerichts ist wieder die erstinstanzliche Entscheidung einer Bundesrichterin in Kraft, welche die Entsendung der Nationalgarde nach Portland für rechtswidrig erklärt hatte. Bundesrichterin Karin J. Immergut hatte ihren Beschluss damit begründet, dass es weder einen "Aufstand in Portland noch eine Bedrohung für die nationale Sicherheit" gebe.

Der Generalstaatsanwalt von Oregon, Dan Rayfield, begrüßte den jetzigen Beschluss des Berufungsgerichts, das frühere Verbot des Nationalgarden-Einsatzes wieder in Kraft zu setzen. Das Gericht sende damit die "klare Botschaft", dass der Präsident nicht "ohne Notwendigkeit Militär in US-Städte schicken kann".

Trump hat seine Entscheidung zur Entsendung der Nationalgarde nach Portland damit begründet, dass dort unkontrollierte Gewalt auf den Straßen herrsche - womit er sich in erster Linie auf die Proteste gegen seine harsche Einwanderungspolitik bezieht. Er bezeichnete die Stadt an der US-Nordwestküste als "vom Krieg verwüstet" - eine Zustandsbeschreibung, die von den örtlichen Verantwortlichen vehement zurückgewiesen wird.

In Portland wie in den anderen Städten, in welche Trump die Entsendung der Nationalgarde verfügt hat, regieren die Demokraten. Trump begründet alle diese Einsätze mit angeblich ausufernder Gewalt und einer akuten Bedrohung der öffentlichen Sicherheit.

Der Präsident hatte die Nationalgarde auch nach Los Angeles, in die Hauptstadt Washington, nach Memphis und Chicago beordert. Dies löste eine ganze Serie von Rechtsstreitigkeiten aus. So haben Bundesgerichte auch die Entsendung der Nationalgarde nach Chicago blockiert.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Heftigste israelische Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut seit Kriegsbeginn

Libanons Hauptstadt Beirut ist am Tag der Waffenruhe-Einigung zwischen den USA und dem Iran von den heftigsten israelischen Angriffe seit dem Kriegseintritt der pro-iranischen Hisbollah erschüttert worden. Libanons Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag nach den Angriffen mit mehr als 200 Toten zum nationalen Trauertag. Laut US-Präsident Donald Trump erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte Feuerpause nicht auf den Libanon. International wurden die Angriffe scharf verurteilt, die Hisbollah feuerte derweil erneut Raketen auf Israel.

Preise an den Zapfsäulen sinken leicht

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind zuletzt etwas gesunken: Am Mittwoch kostete ein Liter Super E10 im Tagesdurchschnitt 2,155 Euro und damit 3,3 Cent weniger als am Vortag, wie der ADAC in München mitteilte. Diesel verbilligte sich um 2,8 Cent auf 2,419 Euro pro Liter.

Kartellamtspräsident pocht auf schnell sinkende Spritpreise

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, pocht angesichts des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran und der gesunkenen Rohölpreise auf schnelle Preisrückgänge an den Zapfsäulen in Deutschland. "Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal - und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln", sagte Mundt dem "Handelsblatt".

Frankreich bezeichnet Irans Maut für Straße von Hormus als "inakzeptabel"

Frankeich hat die mögliche dauerhafte Erhebung einer Durchfahrtsgebühr für die Straße von Hormus abgelehnt. "Das ist inakzeptabel, weil die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut ist, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf", sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Donnerstag dem Sender France Inter.

Textgröße ändern: