Deutsche Tageszeitung - Demonstrationen am Wahltag: Tansania verhängt Ausgangssperre in Metropole Daressalam

Demonstrationen am Wahltag: Tansania verhängt Ausgangssperre in Metropole Daressalam


Demonstrationen am Wahltag: Tansania verhängt Ausgangssperre in Metropole Daressalam
Demonstrationen am Wahltag: Tansania verhängt Ausgangssperre in Metropole Daressalam / Foto: © AFP

In Tansania hat die Polizei am Tag der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nach Protesten gegen die Regierung eine Ausgangssperre in der Millionenstadt Daressalam verhängt. Polizeichef Camillus Wambura sagte der staatlichen Rundfunkanstalt TBC am Mittwoch, die Menschen in der Wirtschaftsmetropole Daressalam sollten am Abend ab 18 Uhr zu Hause bleiben, Mitglieder der Armee und der Polizei würden auf den Straßen der Stadt patrouillieren.

Textgröße ändern:

Wie das Online-Portal NetBlocks mitteilte, wurden zudem landesweit die Internetverbindungen unterbrochen.

Zuvor hatten trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen in der tansanischen Wirtschaftsmetropole Hunderte junge Menschen auf den Straßen demonstriert, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Teilnehmer der Protestzüge sangen unter anderem: "Wir wollen unser Land zurück!".

Demonstranten rissen Banner von Präsidentin Samia Suluhu Hassan herunter, an einer Hauptverkehrsstraße griff eine Gruppe von ihnen eine Polizeistation an und setzte sie in Brand. Die Polizei setzte Tränengas ein, zog sich jedoch zurück, als die Demonstranten mit Steinen warfen.

Die Opposition war von den Wahlen in dem ostafrikanischen Land weitestgehend ausgeschlossen worden. Beobachtern zufolge will die 65-jährige Präsidentin Hassan mit einem Wahlsieg ihre Position festigen und Kritiker innerhalb ihrer eigenen Partei zum Schweigen bringen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte im Voraus der Wahl eine "Welle des Terrors" angeprangert, darunter "Verschleppungen und Folter" sowie "außergerichtliche Tötungen" von Oppositionellen und Aktivisten.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Heftigste israelische Luftangriffe auf Hisbollah-Ziele in Beirut seit Kriegsbeginn

Libanons Hauptstadt Beirut ist am Tag der Waffenruhe-Einigung zwischen den USA und dem Iran von den heftigsten israelischen Angriffe seit dem Kriegseintritt der pro-iranischen Hisbollah erschüttert worden. Libanons Regierungschef Nawaf Salam erklärte den Donnerstag nach den Angriffen mit mehr als 200 Toten zum nationalen Trauertag. Laut US-Präsident Donald Trump erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte Feuerpause nicht auf den Libanon. International wurden die Angriffe scharf verurteilt, die Hisbollah feuerte derweil erneut Raketen auf Israel.

Preise an den Zapfsäulen sinken leicht

Die Preise an den deutschen Tankstellen sind zuletzt etwas gesunken: Am Mittwoch kostete ein Liter Super E10 im Tagesdurchschnitt 2,155 Euro und damit 3,3 Cent weniger als am Vortag, wie der ADAC in München mitteilte. Diesel verbilligte sich um 2,8 Cent auf 2,419 Euro pro Liter.

Kartellamtspräsident pocht auf schnell sinkende Spritpreise

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, pocht angesichts des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran und der gesunkenen Rohölpreise auf schnelle Preisrückgänge an den Zapfsäulen in Deutschland. "Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal - und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln", sagte Mundt dem "Handelsblatt".

Frankreich bezeichnet Irans Maut für Straße von Hormus als "inakzeptabel"

Frankeich hat die mögliche dauerhafte Erhebung einer Durchfahrtsgebühr für die Straße von Hormus abgelehnt. "Das ist inakzeptabel, weil die freie Schifffahrt in internationalen Gewässern ein Gemeingut ist, das nicht behindert oder mit Gebühren belegt werden darf", sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Donnerstag dem Sender France Inter.

Textgröße ändern: