Deutsche Tageszeitung - Verdacht auf Spionageversuch für Russland: Prozess gegen drei Männer ab Dezember

Verdacht auf Spionageversuch für Russland: Prozess gegen drei Männer ab Dezember


Verdacht auf Spionageversuch für Russland: Prozess gegen drei Männer ab Dezember
Verdacht auf Spionageversuch für Russland: Prozess gegen drei Männer ab Dezember / Foto: © AFP/Archiv

Ab Dezember wird in Frankfurt am Main gegen drei Männer verhandelt, die in Deutschland für einen russischen Geheimdienst gearbeitet haben sollen. In dessen Auftrag sollen sie versucht haben, einen Mann auszuspähen, der für die Ukraine gekämpft hatte, wie das Oberlandesgericht in der hessischen Stadt am Donnerstag mitteilte. Es ließ die Anklage der Bundesanwaltschaft zur Hauptverhandlung zu.

Textgröße ändern:

Einer der Angeklagten hat die ukrainische Staatsangehörigkeit, ein anderer ist Armenier und der dritte Russe. Ihre Namen gab die Bundesanwaltschaft mit Robert A., Vardges I. und Arman S. an. Der Anklage zufolge wurde I. Anfang Mai 2024 von dem Geheimdienst damit beauftragt, den Ukrainer auszuspähen.

Dazu habe er die anderen beiden Verdächtigen angeworben. Die Männer hätten versucht, den Ukrainer unter einem Vorwand zu einem Café in Frankfurt zu lotsen, und dort gewartet. Es kam aber zu keinem Treffen. Denn der Mann aus der Ukraine wandte sich an die Polizei, welche die drei Verdächtigen im Juni 2024 festnahm. Sie kamen in Untersuchungshaft.

Die Ausspähaktion sollte vermutlich der Vorbereitung weiterer geheimdienstlicher Operationen in Deutschland dienen, möglicherweise bis hin zur Tötung des Manns, erklärte die Bundesanwaltschaft bei der Erhebung der Anklage im Mai.

Die drei Angeklagten werden verdächtigt, in einem besonders schweren Fall für den russischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Das Gericht ordnete nun an, dass sie in Untersuchungshaft bleiben. Der Prozess beginnt am 9. Dezember, es wurden zahlreiche weitere Termine bis Ende März angesetzt.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

UN-Sicherheitsrat verurteilt "eskalierende" Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die zunehmenden Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen gegen Saudi-Arabien scharf verurteilt. Die 15 Mitgliedstaaten des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen sprachen am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung unter anderem von "rücksichtslosen Angriffen" auf den Flughafen von Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad.

Linke ruft wegen Reform zu Beantragung von Pflegegrad noch in diesem Jahr auf

Die Linke im Bundestag fordert angesichts der Pflegereform Betroffene und Angehörige auf, noch in diesem Jahr einen Pflegegrad zu beantragen. "Wir rufen alle Betroffenen dazu auf, diese letzte Möglichkeit vor der Verschärfung der Pflegeregeln zu nutzen", sagte Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. "Wer bis Ende des Jahres noch seinen Pflegegrad beantragt, wird noch nach der alten Regelung eingruppiert - und behält diesen Pflegegrad auch noch nach der Reform."

Staats- und Regierungschefs der EU beraten über Unterstützung der Ukraine

Am zweiten Tag ihres Gipfeltreffens beraten die Staats- und Regierungschefs der EU am Freitag über die weitere Unterstützung der Ukraine (10.00 Uhr). Dazu ist auch ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angesetzt. Selenskyj reiste bereits am Donnerstag für bilaterale Gespräche nach Brüssel.

Bundesrat wählt neuen Vorsitz und berät über Steuerreform und frühe Bildung

Der Bundesrat wählt in seiner Sitzung am Freitag turnusgemäß für ein Jahr ein neues Präsidium (ab 09.30 Uhr). Neuer Präsident der Länderkammer soll der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) werden, der Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ablöst. Die Besetzung folgt klaren Regeln.

Textgröße ändern: