Deutsche Tageszeitung - Hunderte Textilarbeiter in Lesotho demonstrieren für niedrigere US-Zölle

Hunderte Textilarbeiter in Lesotho demonstrieren für niedrigere US-Zölle


Hunderte Textilarbeiter in Lesotho demonstrieren für niedrigere US-Zölle
Hunderte Textilarbeiter in Lesotho demonstrieren für niedrigere US-Zölle / Foto: © AFP

Im kleinen Königreich Lesotho im südlichen Afrika haben am Freitag hunderte Textilarbeiterinnen und -arbeiter für niedrigere US-Zölle demonstriert. Im Zentrum der Hauptstadt Maseru gingen rund 400 Menschen auf die Straße. Gewerkschaftsführer Sam Mokhele sagte, die Regierung müsse den Zollsatz auf zehn Prozent herunterhandeln - diesen Aufschlag zahlen etwa Kenia oder Eswatini, Konkurrenten Lesothos beim Export von Kleidung.

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US-Präsident Donald Trump hatte im April hohe Zölle auf Importe sehr vieler Handelspartner angedroht. Lesotho traf es mit einem Satz von 50 Prozent am härtesten. Finanzminister Retselisitsoe Matlanyane sprach von einem "Todesurteil" für sein Land. Der Zollsatz wurde auf 15 Prozent reduziert, er gilt seit Juli.

Die Textilindustrie ist der größte Arbeitgeber in Lesotho mit seinen rund 2,3 Millionen Einwohnern. Die Branche ist stark abhängig von Exporten, die größtenteils in die USA gehen - darunter auch Jeans für bekannte US-Marken.

Das Land profitierte lange von dem Handelsabkommen "Wachstum und Chancen für Afrika" (Agoa), das im Jahr 2000 in Kraft getreten war. Auf bestimmte Produkte aus Lesotho, auch auf Textilien, wurden gar keine Einfuhrzölle erhoben. Das Abkommen endete Ende September; noch ist unklar, ob die US-Regierung es um ein Jahr verlängert.

Die Demonstranten in Maseru forderten von ihrer Regierung auch Verhandlungen über eine Erneuerung des Agoa-Abkommens. Gewerkschaftsführer Mokhele überreichte am Freitag eine entsprechende Petition.

Nach Angaben der Regierung sind 40.000 Arbeitsplätze bedroht, sollte das Agoa-Abkommen nicht verlängert werden. Sie hatte im Juli den Notstand wegen steigender Arbeitslosigkeit ausgerufen. Die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen beträgt 38 Prozent.

(W.Budayev--DTZ)

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