Deutsche Tageszeitung - US-Haushaltssperre: Mehr als 800 Inlandsflüge gestrichen

US-Haushaltssperre: Mehr als 800 Inlandsflüge gestrichen


US-Haushaltssperre: Mehr als 800 Inlandsflüge gestrichen
US-Haushaltssperre: Mehr als 800 Inlandsflüge gestrichen / Foto: © AFP

Die US-Haushaltssperre führt erstmals zu Flugausfällen im größeren Umfang. Am Freitag wurden laut dem Portal "FlightAware" mehr als 800 Inlandsflüge gestrichen. Am stärksten betroffen waren demnach Flughäfen in Chicago, Atlanta, Denver und Dallas. Internationale Verbindungen blieben zunächst unberührt.

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Fluggesellschaften und Passagiere äußerten Sorge und Unverständnis über die Ausfälle. Der Chef von American Airlines, Robert Isom, nannte die Lage im Sender CNBC "frustrierend". American Airlines habe alleine 221 Flüge streichen müssen, und das sei erst der Anfang.

"Wir haben Freunde, die morgen aus Europa kommen, und sie haben ein bisschen Angst", sagte Elvira Buchi, die am Freitag ihre Tochter am Flughafen La Guardia in New York abholte. "Wir hätten nie so weit kommen dürfen", sagte sie zu der Haushaltssperre.

Nach Angaben des US-Verkehrsministeriums betreffen die Ausfälle zunächst rund vier Prozent der Passagierverbindungen. Bis kommende Woche Freitag soll die Quote schrittweise auf zehn Prozent steigen. Laut der Flugaufsichtsbehörde FAA sind 40 Airports betroffen. Dazu gehören unter anderem New York, Los Angeles, Washington und Miami.

Mit der Einschränkung des Flugverkehrs sollen der FAA zufolge die Fluglotsen entlastet werden. Sie gehören zu den unverzichtbaren Berufsgruppen und müssen seit Beginn des sogenannten Shutdown vor gut fünf Wochen ohne Bezahlung arbeiten. Zuletzt verzeichneten die Behörden viele Krankmeldungen, was laut Verkehrsministerium die Flugsicherheit gefährdet.

Am vergangenen Wochenende waren laut "FlightAware" mehr als 10.000 Flüge an US-Airports verspätet. Die am 1. Oktober begonnene Stilllegung von großen Teilen der Bundesverwaltung ist mittlerweile die längste der US-Geschichte. Demokraten und Republikaner im Kongress können sich weiterhin nicht auf einen Übergangshaushalt einigen. Der Shutdown dürfte sich deshalb in die kommende Woche ziehen, das Ende ist ungewiss.

(O.Zhukova--DTZ)

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