Deutsche Tageszeitung - Restwert von kreditfinanziertem Altwagen wird auf Kraftfahrzeughilfe angerechnet

Restwert von kreditfinanziertem Altwagen wird auf Kraftfahrzeughilfe angerechnet


Restwert von kreditfinanziertem Altwagen wird auf Kraftfahrzeughilfe angerechnet
Restwert von kreditfinanziertem Altwagen wird auf Kraftfahrzeughilfe angerechnet / Foto: © AFP/Archiv

Menschen mit Behinderung müssen sich beim Kauf eines neuen Autos den Wert ihres Altwagens auf die Kraftfahrzeughilfe anrechnen lassen. Das gilt auch, wenn der Altwagen auf Kredit gekauft wurde und daher noch der Bank gehört, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in einem am Freitag bekanntgegebenen Urteil vom Vortag entschied. (Az. B 5 R 11/24 R)

Textgröße ändern:

Die Kraftfahrzeughilfe wird Menschen mit Behinderung von der Rentenversicherung gezahlt, wenn sie für ihre Fahrten zur Arbeit oder Ausbildung ein Auto benötigen. Sie beträgt einkommensabhängig derzeit bis zu 22.000 Euro, gegebenenfalls plus behindertengerechter Zusatzausstattung. Bei der Förderung wird allerdings der Verkehrswert des Altwagens abgezogen.

Im Streitfall hatte die Klägerin ihr bisheriges Auto über ein Darlehen finanziert. Zur Absicherung übereignete sie das Auto der Bank und überließ dieser den Fahrzeugbrief. Als sie sich ein neues Auto kaufte, verkaufte sie das alte und tilgte mit dem Geld das Darlehen.

Auf die Förderung des Neuwagens rechnete die Rentenversicherung wie üblich den Verkehrswert des alten an. Dagegen wehrte sich die Klägerin mit dem Hinweis, das Auto habe ja gar nicht ihr gehört, sondern der Bank.

Wie die Vorinstanzen wies nun jedoch auch das BSG die Klage ab. "Bei einer Neuanschaffung eines Fahrzeugs ist das vorher genutzte Fahrzeug auch dann ein Altwagen, wenn es sich um ein darlehensfinanziertes, sicherungsübereignetes Fahrzeug handelt", urteilten die Kasseler Richter.

Eine Unterscheidung zwischen einem eigen- und einem fremdfinanzierten Altwagen sehe die Kraftfahrzeughilfe-Verordnung nicht vor. Auch einen Abzug der noch offenen Schulden vom Wert des Altwagens gebe es daher nicht.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Nouripour warnt Berliner Grüne vor Koalition mit der Linkspartei

Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) warnt seine Berliner Parteifreunde vor einer Koalition mit der Linkspartei, der in Teilen Antisemitismus und eine Nähe zur Organisierten Kriminalität vorgeworfen wird. "Eine Partei, die hier die regierende Mehrheit stellen will und an dieser Stelle eine offene Flanke hat, ist ein Sicherheitsrisiko – nicht nur für Berlin", sagte Nouripour der "Bild"-Zeitung laut Mitteilung vom Samstagabend.

"Russlands Google": Beeinträchtigungen durch Drohnenangriff auf Yandex-Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum des als "Russlands Google" bekannten Technologieunternehmens Yandex ist durch einen Drohnenangriff lahmgelegt worden. Die Infrastruktur des Datenzentrums in Wladimir östlich von Moskau sei beschädigt worden, teilte das Unternehmen am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Nun werde geprüft, wie die vollständig ausgesetzten Aktivitäten des Rechenzentrums wieder aufgenommen werden könnten. Verletzt wurde bei dem Angriff nach Unternehmensangaben niemand.

Lulas Team wirft US-Konzern Meta Einmischung in brasilianischen Wahlkampf vor

Das Wahlkampfteam von Brasiliens Staatschef Luiz Inàcio Lula da Silva hat dem US-Tech-Konzern Meta Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf vorgeworfen. Online-Plattformen von Meta wie etwa Instagram hätten die Verbreitung seiner Inhalte eingeschränkt, erklärte Lulas Wahlkampfteam am Samstag (Ortszeit). So sei bei einer Veröffentlichung auf Lulas offiziellem Nutzerkonto die Zählung der Abrufzahlen unterbrochen worden, was die Reichweite verringert habe.

Eskalation im Konflikt mit Huthis: Viele Tote und Verletzte bei Angriff auf Riads Airport

Mit einem tödlichen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad ist der Konflikt mit der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen weiter eskaliert. Nach dem Angriff mit mindestens zwölf Toten und 309 Verletzten kündigte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis am Sonntag eine entschiedene Reaktion an. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Attacke vom Samstag als "nicht hinnehmbar", die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt.

Textgröße ändern: