Deutsche Tageszeitung - Regierung: Nach russischen Angriffen mehr als 600.000 Menschen in der Ukraine ohne Strom

Regierung: Nach russischen Angriffen mehr als 600.000 Menschen in der Ukraine ohne Strom


Regierung: Nach russischen Angriffen mehr als 600.000 Menschen in der Ukraine ohne Strom
Regierung: Nach russischen Angriffen mehr als 600.000 Menschen in der Ukraine ohne Strom / Foto: © AFP

Die nächtlichen russischen Raketen- und Drohnenangriffe in der Ukraine haben nach örtlichen Angaben mehr als 600.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Mehr als 500.000 Kunden in Kiew sowie mehr als 100.000 weitere in der Region Kiew und knapp 8000 in der nordöstlichen Region Charkiw hätten keinen Strom, teilte das ukrainische Energieministerium am Samstag mit. Die russischen Angriffe hatten demnach am Freitagabend begonnen und wurden die Nacht über fortgesetzt.

Textgröße ändern:

Zuvor hatten die ukrainischen Behörden mitgeteilt, dass es bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Hauptstadt Kiew mindestens einen Toten sowie ein Dutzend Verletzte gegeben habe. Demnach wurden Wohngebäude in mehreren Stadtvierteln beschossen.

"Der westliche Teil der Hauptstadt hat keinen Strom", erklärte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram. An der Wiederherstellung der Stromversorgung werde gearbeitet.

Aus Russland wurde wiederum ein Drohnenangriff auf ein großes Ölterminal in der Nähe des Hafens Noworossijsk im Süden des Landes gemeldet. Ein "terroristischer Angriff durch unbemannte Boote" habe "schwere Schäden" an dem Terminal angerichtet, teilte das Unternehmen Caspian Pipeline Consortium (CPC) mit. Demnach wurde eine der drei Anlegestellen getroffen. Der Betrieb des Terminals sei daher unterbrochen worden, die Öltanker vor Ort würden umgeleitet. Vom Personal von CPC und seiner Vertragspartner sei niemand verletzt worden, teilte das Unternehmen weiter mit.

Die nächtlichen russischen Angriffe in der Ukraine trafen das Land in äußerst schwierigen Zeiten. Am Freitag war der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak wegen Korruptionsverdachts zurückgetreten. Der enge Vertraute von Staatschef von Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor für die Ukraine die Verhandlungen über den neuen US-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs geführt.

Dieses Wochenende will nach Angaben eines eingeweihten Vertreters eine ukrainische Delegation zu Gesprächen über den US-Plan in die USA reisen. Anstelle von Jermak würden die Gespräche auf ukrainischer Seite nun vom Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow, geleitet, sagten zwei hochrangige ukrainische Regierungsvertreter.

In den kommenden Tagen wird US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in Kiew erwartet, um den US-Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zu besprechen. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, soll den Plan kommende Woche in Moskau mit Kreml-Chef Wladimir Putin erörtern.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Gewalt gegen Demonstrant bei Hamburger G20-Gipfel 2017: Geldstrafen für Polizisten

Wegen Gewalt im Einsatz beim G20-Gipfel in Hamburg 2017 sind drei Polizisten von einem Amtsgericht der Hansestadt zu Geldstrafen verurteilt worden. Da das Verfahren ohne ihre Schuld zu lange dauerte, gelten die Strafen aber schon als vollstreckt, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Besonders strafmildernd wirkte sich demnach aus, dass zwei der Polizisten die Schläge zugegeben und sich dafür entschuldigt hatten.

Trump: USA werden der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen erlauben

Die USA werden der Ukraine nach Angaben von Präsident Donald Trump die Erlaubnis zum Bau von Patriot-Luftabwehrraketen erteilen. "Eines der Themen, über die wir heute wohl sprechen werden (...), ist die Tatsache, dass wir ihnen das Recht geben werden, Patriots herzustellen", sagte Trump am Mittwoch bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Wir werden ihnen zeigen, wie es geht", fügte Trump an.

Wahlkampf als "Geisel": Scharfe Kritik in Frankreich an Le Pens Kandidatur

Mehrere potenzielle Präsidentschaftskandidaten in Frankreich haben das Festhalten der Rechtspopulistin Marine Le Pen an ihrer Kandidatur trotz einer Verurteilung scharf kritisiert. Der frühere Premierminister Gabriel Attal warf Le Pen am Mittwoch im Sender France Inter vor, den gesamten Präsidentschaftswahlkampf als "Geisel" zu nehmen. Der Linkspolitiker Raphaël Glucksmann prangerte bei RTL die "Le-Pen-Regel" an: "Man ist verurteilt und schließt daraus, dass man Präsident der Republik werden kann", sagte er.

Trump: USA werden den Iran in der kommenden Nacht "hart" angreifen

US-Präsident Donald Trump hat erneute Angriffe auf den Iran angekündigt. "Ich werde sie etwas vorwarnen, wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen", sagte Trump am Mittwoch am Randes des Nato-Gipfels. "Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", sagte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das Mitte Juni geschlossene US-iranische Rahmenabkommen.

Textgröße ändern: