Deutsche Tageszeitung - Bemerkung von Brigitte Macron löst Kritik von Feministinnen aus

Bemerkung von Brigitte Macron löst Kritik von Feministinnen aus


Bemerkung von Brigitte Macron löst Kritik von Feministinnen aus
Bemerkung von Brigitte Macron löst Kritik von Feministinnen aus / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Ein heimlich gefilmtes Video, in dem die französische Präsidentengattin Brigitte Macron mit derben Worten über eine Aktion von Frauenrechtlerinnen schimpft, hat in Frankreich für Aufregung gesorgt. "Ich bin eine dumme Kuh (sale conne) und stolz darauf", schrieb die Schauspielerin Marion Cotillard am Mittwoch auf Instagram. Auch die Schauspielerin Judith Godrèche, die als Vorreiterin der MeToo-Bewegung in Frankreich gilt, bezeichnete sich als "dumme Kuh" und schrieb dazu, dass sie alle anderen unterstütze. Der entsprechende Hashtag #saleconne verbreitete sich in Onlinemedien.

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Auslöser war ein heimlich gefilmter Dialog zwischen Brigitte Macron und dem Komiker Ary Abittan, dessen Show sie am vergangenen Wochenende zusammen mit ihrer Tochter besuchte. "Wenn die dummen Kühe kommen, werfen wir sie raus", hatte die Präsidentengattin zu Abittan gesagt, dessen Auftritt am Vorabend von vier feministischen Aktivistinnen gestört worden war, die Masken mit seinem Porträt trugen und "Vergewaltiger" riefen.

Hintergrund sind Vergewaltigungsvorwürfe, die eine junge Frau 2021 gegen Abittan erhoben hatte. Vorermittlungen gegen ihn wurden im Januar eingestellt. Seitdem störten Frauenrechtlerinnen mehrfach Auftritte des Komikers.

Die Gruppe "NousToutes", die in Paris regelmäßig feministische Sprüche an Wände klebt, plakatierte nach Bekanntwerden des Videos von Brigitte Macron: "Wiederhole Deine Lektion, Brigitte: Ein eingestelltes Verfahren ist kein Freispruch".

Regierungssprecherin Maud Bregeon forderte am Mittwoch, die Präsidentengattin "in Ruhe zu lassen". Diese habe sich "spontan" und in einem privaten Rahmen geäußert, betonte sie. Aus dem Umfeld der Première Dame hieß es, sie habe lediglich die radikalen Methoden der Aktivistinnen kritisieren wollen.

Der Umgang mit Vorwürfen sexueller Gewalt ist in Frankreich ein heikles Thema. Der Europarat hatte Frankreich im September gerügt, weil Vergewaltigungsvorwürfe nur selten zur Verurteilung der Täter führen. Laut dem Bericht einer Expertengruppe werden in dem Land 94 Prozent aller Ermittlungsverfahren zu mutmaßlicher Vergewaltigung eingestellt.

(M.Travkina--DTZ)

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