Deutsche Tageszeitung - Merz: Vorschläge zu "territorialen Zugeständnissen" der Ukraine an Trump übermittelt

Merz: Vorschläge zu "territorialen Zugeständnissen" der Ukraine an Trump übermittelt


Merz: Vorschläge zu "territorialen Zugeständnissen" der Ukraine an Trump übermittelt
Merz: Vorschläge zu "territorialen Zugeständnissen" der Ukraine an Trump übermittelt / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump sind nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Vorschläge zu "territorialen Zugeständnissen" der Ukraine übermittelt worden. "Es geht hier vor allem um die Frage, welche territorialen Zugeständnisse die Ukraine bereit ist zu machen", sagte Merz am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Berlin. "Das ist aber eine Frage, die vor allem der ukrainische Präsident und das ukrainische Volk beantworten müssen", betonte Merz.

Textgröße ändern:

"Nur Kiew kann entscheiden, welche territoriale Regelung es akzeptieren kann", bekräftigte der Kanzler. "Es wäre ein Fehler, den ukrainischen Präsidenten in einen Frieden zu drängen, den sein Volk nach vier Jahren des Leidens und Sterbens nicht mittragen kann."

Die USA hatten vor gut drei Wochen einen Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vorgelegt. Der ursprüngliche Entwurf, der als sehr Moskau-freundlich galt, wurde auf Drängen Kiews und seiner europäischen Verbündeten in zentralen Punkten überarbeitet. Sowohl Kiew als auch die Europäer forderten weitere Änderungen zugunsten der Ukraine, insbesondere Sicherheitsgarantien.

Am Mittwoch hatte die Ukraine nach Angaben aus Kiew eine überarbeitete Fassung des Plans nach Washington geschickt. Noch vor der Übermittlung der neuen Vorschläge führte Merz zusammen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein Telefongespräch mit Trump, das Merz am Donnerstag als "sehr konstruktiv" bezeichnete.

Trump hatte dagegen gesagt, in dem Telefonat sei "in ziemlich deutlichen Worten über die Ukraine" gesprochen worden. "Wir hatten wohl einige kleine Meinungsverschiedenheiten über Personen und wir werden sehen, wie sich das entwickelt", sagte der US-Präsident. Bevor die US-Regierung einer Teilnahme an einem Treffen zur Ukraine in Europa zustimme, "wollen wir einige Dinge wissen".

Merz sagt nun, Starmer, Macron und er hätten Trump vorgeschlagen, die Dokumente am Wochenende "abschließend" zu besprechen. Zu Beginn der kommenden Woche werde es dann möglicherweise ein Treffen in Berlin geben. Ob die US-Regierung daran teilnehme, hänge "sehr stark von der gemeinsamen Abfassung der Papiere ab", sagte der Kanzler. Er sei aber "einigermaßen zuversichtlich, dass uns das gelingt".

Merz sagte über seine gemeinsamen Vermittlungsbemühungen mit Starmer und Macron: "Diese Arbeit, die wir zusammen leisten, bleibt außerordentlich schwierig." Das habe einen einfachen Grund: Der russische Präsident Wladimir Putin setze "seinen brutalen Krieg gegen die ukrainische Zivilbevölkerung" unerbittlich fort. "Und zugleich spielt er in den Verhandlungen ganz offensichtlich auf Zeit", sagte Merz.

Vor diesem Hintergrund gehe es den europäischen Verbündeten der Ukraine in den Gesprächen vor allem darum, einen Waffenstillstand zu erreichen, "der diesem schrecklichen Krieg nach bald vier Jahren jetzt endlich ein Ende setzt". Ein Waffenstillstand müsse aber "durch robuste rechtliche und materielle Garantien abgesichert sein". "Nur so können wir sicherstellen, dass er Aussicht auf Dauer hat", sagte Merz. Zudem müsse eine Verhandlungslösung auch "europäische Sicherheitsinteressen wahren".

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Anschlag auf russischen General: Tatverdächtiger hat laut Geheimdienst gestanden

Der im Zusammenhang mit dem Schusswaffenangriff auf einen russischen General festgenommene Verdächtige hat nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB die Tat gestanden. Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommene und an Russland ausgelieferte Mann habe zudem ausgesagt, von den ukrainischen Geheimdiensten rekrutiert worden zu sein, teilte der FSB am Montag mit.

Grüne warnen vor ausländischer Einflussnahme auf Wahlen in Deutschland

Der Grünen-Geheimdienstexperte Konstantin von Notz hat vor möglicher Einflussnahme aus dem Ausland auf die anstehenden Wahlen in Deutschland gewarnt. "Wir haben diese Einflussnahme-Versuche in den letzten Monaten und Jahren oft gesehen, und das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen Teil dieser illegitimen Eingriffe in unsere Wahlkämpfe auch klar zuordnen können", sagte er dem "Handelsblatt" vom Montag. "Man muss davon ausgehen, dass es zukünftig eher intensivere als weniger solcher Attacken gibt."

Gemäßigter Sozialist Seguro gewinnt Präsidenten-Stichwahl in Portugal

Der gemäßigte Sozialist António José Seguro hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Portugal mit deutlichem Vorsprung vor dem Rechtspopulisten André Ventura gewonnen. Seguro kam nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmzettel am Sonntag auf 66,8 Prozent der Stimmen, Ventura auf 33,2 Prozent. Damit kann Seguro im März die Nachfolge des seit zehn Jahren amtierenden konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa antreten.

Bund hat 2025 über 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervorgeht, die der "Süddeutschen Zeitung" (SZ, Montagsausgabe) vorlag. Im Jahr 2023 wurden demnach Microsoft-Produkte im Wert von 274,1 Millionen Euro abgerufen, 2024 waren es 347,7 Millionen Euro.

Textgröße ändern: