Deutsche Tageszeitung - Merz: Regierung prüft Möglichkeit von Gegenangriffen bei Cyberattacken

Merz: Regierung prüft Möglichkeit von Gegenangriffen bei Cyberattacken


Merz: Regierung prüft Möglichkeit von Gegenangriffen bei Cyberattacken
Merz: Regierung prüft Möglichkeit von Gegenangriffen bei Cyberattacken / Foto: © AFP

Die Bundesregierung will die Befugnisse der Sicherheitsbehörden erweitern, um auf Cyberangriffe zu reagieren. "Wir prüfen die Möglichkeit, über das Netz auch die Herkunftsorte dieser Angriffe nicht nur zu identifizieren, sondern auch zu beschädigen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch in einer Fragestunde des Bundestags. Derzeit werde dazu untersucht, ob dafür weitere Rechtsgrundlangen nötig seien.

Textgröße ändern:

Merz verwies in seiner Antwort auf eine Frage des Grünen-Abgeordneten Konstantin von Notz auf eine "zunehmende Bedrohung unserer inneren Sicherheit" durch Cyberangriffe. Diese komme "nicht nur, aber auch und vor allem im Cyberraum aus Russland". Mit der Schaffung des Nationalen Sicherheitsrats im Kanzleramt sei nun eine Institution geschaffen worden, um die Arbeit der zuständigen Behörden besser zu koordinieren als bisher.

Merz wies Angaben von von Notz zurück, es gebe nicht genügend Information der Öffentlichkeit über Cyberangriffe. Bundespolizei, Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst informierten darüber regelmäßig, sagte der Kanzler. "Woran es uns fehlt, ist ein Instrument, diesen Angriffen wirksam zu begegnen".

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Aufhebung von Sperre für US-Stürmer nach Telefonat von Trump mit Infantino löst Skandal aus

"Skandalöser Verstoß gegen die Regeln", "fatales Signal", "verrückt": Die Aufhebung der Roten Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun nach einem Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit dem Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, Gianni Infantino, hat am Montag international für Empörung gesorgt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf forderte eine Erklärung von der Fifa: "Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden", sagte er dem SID.

Britische Kampfjets fangen russisches Militärflugzeug ab

Ein russisches Militärflugzeug ist von britischen Kampfjets abgefangen worden, nachdem es im europäischen Nordmeer vor Island Horchbojen nahe dem Flugzeugträger "Prince of Wales" abgeworfen hatte. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sprach am Montag von einem "gefährlichen und unprofessionellem" Verhalten der russischen Flugzeugbesatzung.

Regierungskreise: Nato-Gipfel soll Signal der Entschlossenheit senden

Angesichts der massiven russischen Angriffe auf die Ukraine kurz vor dem Nato-Gipfel setzt die Bundesregierung darauf, beim Treffen der westlichen Allianz in der Türkei ein Signal der Geschlossenheit auszusenden. "In den Tagen vor dem Nato-Gipfel hat es eine gezielte russische Eskalation in der Ukraine gegeben", hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. "Die Bedrohung von Russland erleben wir täglich."

Schwere russische Angriffe auf Kiew am Vortag von Nato-Gipfel

Einen Tag vor Beginn des Nato-Gipfels im türkischen Ankara hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit hunderten Drohnen und Raketen angegriffen. Bei dem Angriff in der Nacht zum Montag wurden nach Behördenangaben mindestens 14 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die Nato auf, bei ihrem Gipfel "starke Entscheidungen" zur Unterstützung seines Landes zu treffen. US-Präsident Donald Trump will in Ankara mit Selenskyj zusammentreffen.

Textgröße ändern: